Wirtschaft : Einigung bei BMW und Ford: Münchener übernehmen die Langfrist-Schulden

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Der Verkauf der britischen BMW-Geländewagentochter Land Rover an den US-Konzern Ford ist perfekt. Nach zweimonatigen Verhandlungen haben beide Autobauer jetzt einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet, teilten die Bayerische Motoren Werke (BMW)in München mit. Demnach geht Land Rover zum 30. Juni 2000 für - wie ursprünglich vorgesehen - knapp sechs Milliarden Mark in US-Hände über.

Diese Summe fließt aber nicht ungeschmältert in die BMW-Kasse, weil die Münchner einige Verpflichtungen übernommen haben. So müsse die scheidende Land Rover-Mutter die Entwicklung des Modells Range Rover zu Ende führen, langfristige Verbindlichkeiten und bis Ende Juni 2000 bei Land Rover eventuell anfallende Verluste übernehmen, räumte ein BMW-Sprecher auf Anfrage ein. Über die finanzielle Dimension dieser Belastungen machte er keine Angaben. Der Verkauf beschere BMW aber dieses Jahr auch abzüglich aller Verpflichtungen "sicher" einen außerordentlichen Gewinn. Ein Drittel des Kaufpreises wird jedoch erst 2005 fällig. Gegenüber den urspünglichen finanziellen Erwartungen zum Verkauf von Land Rover hätten sich keine Veränderungen ergeben, betonte ein BMW-Sprecher. Die in der Bilanz für die Trennung von den Marken Rover und Land Rover zurückgestellten gut sechs Milliarden Mark müssten nun nicht nachträglich korrigiert werden. An den Börsen hat der Verkauf der im Vorjahr defizitären Geländewagentochter der BMW-Aktie bei allgemein sinkenden Kursen ein leichtes Plus beschert.

Keine Federn muss im Rahmen des Verkaufs auch die britische Belegschaft lassen, sagte ein BMW-Sprecher. Ford übernehme rund 13 000 britische Mitarbeiter, die unter anderem im Werk Solihull sowie dem Forschungs- und Entwicklungszentrum Gaydon arbeiten. Damit geht knapp die Hälfte der gesamten Belegschaft der Rover-Gruppe an den US-Konzern über. Auch das Händlernetz von Land Rover, das geringfügig mit dem der Marken Rover und BMW entflochten werden müsse, übernehme Ford. BMW bleibe Land Rover und seiner künftigen Mutter Ford als Lieferant von Motoren und Blechteilten verbunden, bestätigte ein BMW-Sprecher. Die Lieferkonditionen seien unverändert und würden keine weiteren Belastungen für BMW bergen. Auch darüber hinaus übernehme BMW keine weiteren Verpflichtungen.

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