Einigung mit Insolvenzverwalter : Schlecker-Familie zahlt Millionen zurück

Der einstige Drogerieunternehmer Anton Schlecker soll auf dem Weg in die Pleite viel Geld in Sicherheit gebracht haben - nun zahlt seine Familie eine Millionensumme an die Insolvenzverwaltung zurück. Die Gläubiger dürften trotzdem nahezu leer ausgehen.

Antonia Lange
Ein Bild aus besseren Tagen: Lars und Meike Schlecker stehen im Mai 2011 in Ehingen (Baden-Württemberg) vor der Unternehmenszentrale der Schlecker-Drogeriemärkte. Am 23. Januar 2012 stellte der Vater Anton Schlecker beim Amtsgericht Ulm Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.
Ein Bild aus besseren Tagen: Lars und Meike Schlecker stehen im Mai 2011 in Ehingen (Baden-Württemberg) vor der...

Es geht um Immobilien, Bargeld und teure Geschenke: Im Streit um übertragenes Vermögen aus der früheren Drogeriemarktkette Schlecker haben sich Insolvenzverwalter und Familie auf einen Vergleich geeinigt. Die Familie von Anton Schlecker zahlt 10,1 Millionen Euro, wie ein Sprecher von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Dienstag mitteilte. Damit werde zugleich ein komplizierter Gerichtsprozess verhindert. „Die Familie hat sich in dieser Sache sehr kooperativ verhalten“, betonte er.

Der einstige Drogerieunternehmer soll viel Geld in Sicherheit gebracht und auf seine Familie übertragen haben. Der Insolvenzverwalter hatte daher darauf gepocht, dass dieses Vermögen zurückgezahlt werden müsse. Die Millionensumme setzt sich nun aus Bargeld sowie dem Marktwert übertragener Immobilien und Sachgüter zusammen. In den Monaten nach der Pleite war bekanntgeworden, dass Firmengründer Anton Schlecker unter anderem sein zwei Millionen Euro teures Privathaus vor der Insolvenz an seine Frau übertragen hatte. Ein weiteres Grundstück soll an seinen Sohn gegangen sein.

Schlecker führte das einstige Drogerieimperium als sogenannter eingetragener Kaufmann, weswegen er mit seinem gesamten Privatvermögen haftet. Insolvenzverwalter Geiwitz durfte daher auf Jahre zurück auch private Finanzströme prüfen. Die 10,1 Millionen waren letztlich ein Kompromiss zwischen Geiwitz und der Familie. „Es gibt bei derartigen Prüfungen und Anfechtungen sowohl eindeutige als auch fragliche Fälle“, erklärte der Sprecher der Insolvenzverwaltung. „Bei den eindeutigen Punkten gab es gar keine Diskussion, bei den anderen Vorfällen mussten die Rechtsauffassungen sehr offen diskutiert werden.“

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