Einzelhandel : Karstadt-Käufer und Vermieter über Mietbedingungen einig

25.07.2010 18:13 UhrVon David C. Lerch
Investor  Nicolas Berggruen vor der Karstadt-Hauptverwaltung in Essen. Foto: dpa
Investor Nicolas Berggruen vor der Karstadt-Hauptverwaltung in Essen. - Foto: dpa

Update Der Einzelhandelskonzern Karstadt scheint endgültig gerettet. Medienberichten zufolge ist der wochenlange Streit zwischen Karstadt-Investor Nicolas Berggruen und dem Vermieterkonsortium Highstreet beigelegt.

Im Bemühen um die Rettung der insolventen Warenhauskette Karstadt scheint sich nun endgültig eine Lösung abzuzeichnen. Bei den langwierigen Gesprächen zwischen dem designierten neuen Eigentümer der Warenhäuser, Nicolas Berggruen, und dem Vermieterkonsortium Highstreet ist man offenbar zu einer Einigung gekommen. Das jedenfalls versicherte Alexander Dibelius, Deutschlandchef der US-Bank Goldman Sachs, der die Verhandlungen für Highstreet führt. „Wir haben den Weg zu einer Einigung frei gemacht, dabei haben wir weitere Konzessionen beim Mietvertrag gemacht“, sagte er der „Bild am Sonntag“.

Berggruen hatte in den vergangenen Wochen immer wieder günstigere Mieten gefordert.

Eine Einigung in dieser Frage war aus dem Kaufvertrag ausgeklammert worden, den Berggruen bereits unterschrieben hat. Sollte der Investor sich nun mit Highstreet, dem Vermieter von 86 der insgesamt 120 Häuser, verständigt haben, könnte der Vertrag zum Herbst dieses Jahres in Kraft treten. Das Traditionsunternehmen Karstadt mit rund 25 000 Mitarbeitern wäre dann nach mehr als einem Jahr in der Insolvenz gerettet.

Doch noch bleiben einige Fragezeichen. Zum einen reagierte Berggruen selbst am Sonntag eher zurückhaltend auf die öffentliche Äußerung von Dibelius. „Wir freuen uns zu hören, Highstreet beabsichtige, den Vertragsvorschlag zu akzeptieren, dem die Kreditgeber und weitere Gläubiger bereits zugestimmt haben“, sagte ein Sprecher Berggruens dem Tagesspiegel. Nun erwarte man die verbindliche Bestätigung und Unterschrift von Highstreet. Auch ein Sprecher von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wollte die Einigung am Sonntag nicht bestätigen. Leyen hatte sich in der vergangenen Woche zum Teil telefonisch aus dem Urlaub in die Verhandlungen eingeschaltet.

Zudem steht jedes Zugeständnis von Dibelius unter dem Vorbehalt, dass auch die Gläubiger zustimmen. Das sind bei Highstreet die Vertreter von Goldman Sachs, der Deutschen Bank und drei italienischen Konzernen sowie von zahlreichen Investoren, die über unterschiedliche Immobilienfonds an den Karstadt- Häusern beteiligt sind. Für diesen Mittwoch hat Highstreet zu einer Gläubigerversammlung nach London eingeladen. Dort müssen alle Beteiligten die neuen Mieten absegnen. „Wir vertrauen darauf, dass die Investoren und Gläubiger von Highstreet der gefundenen Einigung zustimmen“, sagte Verdi-Vizechefin Margret Mönig-Raane am Sonntag.

Bereits vor knapp zwei Wochen war bei Karstadt eine einseitige Einigung verkündet worden – damals von Berggruen. Der Investor hatte sich mit der Valovis-Bank, einem Kreditgeber von Highstreet, verständigt, allerdings nur unter der Bedingung, dass Highstreet einen Kredit über 850 Millionen Euro vorzeitig an Valovis zurückzahlt. Das hatten die Vermieter damals abgelehnt.

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