Elektronikkonzern : Philips trennt sich von den Fernsehern

Die defizitäre TV-Sparte des niederländischen Elektronikkonzern Philipps soll ausgegliedert werden. Das Joint Venture mit einem taiwanesischen Konzern könnte ein Befreiungsschlag sein.

Susanne Metzger
Die Marke Philips bleibt erhalten. Entwicklung, Produktion und Vertrieb übernimmt aber künftig ein Joint Venture mit dem taiwanesischen Bildschirmhersteller TPV.
Die Marke Philips bleibt erhalten. Entwicklung, Produktion und Vertrieb übernimmt aber künftig ein Joint Venture mit dem...Foto: dapd

Frankfurt am Main - Der niederländische Elektronikkonzern Philips ist sein größtes Sorgenkind los: Die defizitäre TV-Sparte soll in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem taiwanesischen Bildschirmhersteller TPV ausgegliedert werden, wie das Amsterdamer Unternehmen am Montag bekannt gab.

Der erst im April angetretene Vorstandschef Frans van Houten macht somit schnell Nägel mit Köpfen. „Wir glauben, dass wir mit diesem Joint Venture den Turn-Around im Fernsehgeschäft schaffen können“, sagte der Niederländer dem „Handelsblatt“.

Seinem Vorgänger Gerard Kleisterlee war es in den vergangenen Jahren nicht gelungen, die TV-Sparte in die schwarzen Zahlen zurückzuführen. Zu stark sind asiatische Wettbewerber wie Samsung und LG, europäische Hersteller haben im Fernsehgeschäft dagegen heute immer weniger zu melden.

So hatte der niederländische Konzern 2010 ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) von minus 125 Millionen Euro mit Fernsehgeräten gemacht. Im ersten Quartal 2011 kam mit 106 Millionen Euro ein ähnlich hoher Verlust hinzu. Gleichwohl hatte Kleisterlee betont, dass die Marke Philips bei den Kunden zu einem großen Teil für TV-Geräte stehe. Daher hat der Konzern nach Möglichkeiten gesucht, weiterhin Philips-Fernseher verkaufen zu können, ohne weitere Verluste einzufahren.

Das Joint Venture mit TPV, an dem Philips 30 Prozent halten wird und in das die mehr als 3600 Mitarbeiter der TV-Sparte wechseln sollen, könnte nun der Befreiungsschlag sein – so auch der Tenor vieler Analysten. Der Abschluss der Vereinbarung soll im dritten Quartal 2011 erfolgen, die Umsetzung zum Jahresende. Demnach bleibt die Marke Philips erhalten; das Joint Venture übernimmt Entwicklung, Produktion und Vertrieb.

Mit seinem Konzerngewinn blieb Philips im ersten Quartal hinter den Erwartungen zurück. Für die ersten drei Monate 2011 wies das Unternehmen bei einem Umsatz von 5,3 Milliarden Euro einen operativen Gewinn von 437 Millionen Euro aus. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang um knapp zwölf Prozent.Susanne Metzger (HB)

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