Wirtschaft : EM.TV zieht Haffa-Brüder zur Verantwortung

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München EM.TV will die Ex-Vorstände Thomas und Florian Haffa für den Absturz der Medienfirma nach dem Ende des New-Economy-Booms zur Verantwortung ziehen. EM.TV habe beim Landgericht München eine Schadenersatzklage gegen die Haffas und den früheren Aufsichtsratsvorsitzenden Nickolaus Becker eingereicht, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Die Ex-Manager sollen wegen angeblich gravierenden Fehlverhaltens beim Kauf von Anteilen an der Formel1 im Jahr 2000 insgesamt 148 Millionen Euro zahlen. Zusätzlich sollen sie für 50 Millionen Euro aufkommen, die EM.TV der Investmentbank Morgan Grenfell im Zusammenhang mit der Schadenersatzklage schuldet. Die Haffa-Brüder hatten die auf Merchandising-Rechte spezialisierte EM.TV Ende der 90er Jahre zum Börsenstar gemacht und Unternehmen und Beteiligungen teuer aufgekauft. Dazu gehörte unter anderem die Hälfte der Formel-1-Holding Slec, die EM.TV für 1,8 Milliarden Euro erwarb. Die Brüder hatten sich jedoch verspekuliert und gaben Ende 2000 eine Gewinnwarnung, die das Unternehmen in eine Existenzkrise stürzte.

Der amtierende EM.TV-Chef Werner Klatten hat das Unternehmen seit 2001 auf das Kerngeschäft mit Sport und Unterhaltung zurechtgestutzt. Die Haffa-Brüder wurden 2003 zu einer Geldstrafe von knapp 1,5 Millionen Euro verurteilt. Sie hätten die Grundlagen für die Formel-1-Transaktion nicht hinreichend geprüft und seien deshalb inakzeptable Risiken eingegangen, sagte EM.TV-Anwalt Stefan Rützel von der Kanzlei Gleiss Lutz dem Tagesspiegel. „Wir prüfen noch eine Reihe anderer Geschäftsvorfälle, die nicht korrekt abgelaufen zu sein scheinen“, fügte er hinzu. Das Verfahren könne sich über mehrere Jahre hinziehen. nic

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