Ende der Bundesliga-Winterpause : Ein echter Fan zahlt 2265 Euro pro Saison

Für viele ist Fußball ein Hobby – und Fußballschauen auch. Wer regelmäßig ins Stadion geht, braucht allerdings ein dickes Portemonnaie.

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Schön bunt. Viele Fußballanhänger gehen in voller Montur ins Stadion.
Schön bunt. Viele Fußballanhänger gehen in voller Montur ins Stadion.Foto: dpa

Zugegeben, man muss dafür schon ein bisschen verrückt sein. Fußballverrückt. So wie Max Musterfan. Der geht nämlich nicht nur alle 14 Tage zu jedem Heimspiel seines Lieblingsvereins in Stadion. Der ist so verrückt, dass er auch kein einziges Auswärtsspiel seines Klubs verpassen will. Deshalb reist er jedes zweite Wochenende quer durch Deutschland. Wie verrückt das ist, wird spätestens beim Blick auf die Kosten deutlich: Spaß, Ärger, Leidenschaft und Leidensfähigkeit schlagen pro Spiel mit durchschnittlich 67 Euro zu Buche.

Max Musterfan und viele seiner Schwestern und Brüder erreicht diese Nachricht freilich reichlich spät. Denn die Saison in der Fußball-Bundesliga ist bereits zur Hälfte rum und am 22. Januar endet die Winterpause. Dennoch haben die Verbraucher-Experten des gemeinnützigen Onlineportals Finanztip sich die Mühe gemacht und errechnet, wie viel Geld ein Fan berappen muss, wenn er alle Spiele seines Vereins live verfolgen will.

In ihrer Rechnung kauft Max Musterfan vor Saisonstart eine Dauerkarte für 436 Euro, mit der er alle Heimspiele sehen kann. Für die 17 Auswärtsspiele zahlt er ganz unterschiedliche Preise. Die Spanne für einen Sitzplatz reicht von 24 Euro beim SV Darmstadt bis zu 55 Euro bei der TSG Hoffenheim. Insgesamt zahlt Musterfan somit knapp 600 Euro allein für den Eintritt.

Verpflegungskosten: 430 Euro

Doch damit ist es längst nicht getan. In ihrem Bemühen, den durchschnittlichen Fußballanhänger abzubilden, ließen ihn die Experten bei jedem Spiel eine Stadionwurst essen und pro Halbzeit ein Bier trinken. Dafür verglichen sie die Preise bei zehn Vereinen. „Die Bratwurst kostet im Schnitt 2,86 Euro und das Bier 3,60 Euro“, sagt Daniel Pöhler von Finanztip. Damit Max auch auf dem Hin- und Rückweg bei Auswärtsspielen keinen Hunger leiden muss, spendierten Pöhler und seine Kollegen ihm je ein belegtes Brötchen für 2,50 Euro. Kostenpunkt für die Verpflegung pro Saison: 430 Euro.

Bei den Fahrtkosten haben die Experten mit dem spitzen Bleistift gerechnet und bei den Auswärtsspielen Bahn, Fernbus und Fanbus miteinander verglichen. Beim Fanbus fallen einmalig Kosten für die Vereinsmitgliedschaft an. Über alle Auswärtsspiele entstanden Max Musterfan zum Vergleichszeitpunkt Reisekosten von 300 Euro. Zu Heimspielen reisen Dauerkartenbesitzer mit öffentlichen Verkehrsmitteln kostenlos. Insgesamt kostet Max Musterfan seine Fußballleidenschaft 2265 Euro je Saison.

TV-Übertragung als günstigere Alternative

Geht es auch billiger? Durchaus, meinen die Experten, und schlagen das Fernsehen vor. Neben der Grundversorgung über die ARD-Sportschau seien beim Bezahlsender Sky alle Spiele der Bundesliga live zu sehen. Für knapp 20 Euro im Monat. Für fünf Euro monatlich biete „Bild plus“ Spielhöhepunkte 40 Minuten nach Abpfiff. Wer nur an Spielen der Lieblingsmannschaft interessiert sei, könne auf Vereinsfernsehen zurückgreifen. Einem echten Fan dürfte das jedoch kaum genügen. Der lebt und arbeitet für seinen Verein und für den nächsten Spieltag. Wie eben Max Musterfan, den die Verbraucher-Experten zu einem Schalke-Anhänger gemacht haben.

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