Energie : Eon konkretisiert Pläne zu Netzabgabe

Der Aufsichtsrat des Energiekonzerns Eon hat Pläne zur Abgabe des Hochspannungsnetzes und des Verkaufs von Kraftwerkskapazitäten abgesegnet. Eon hofft jetzt, dass der Kartellstreit mit der EU zu einem konstruktiven Ende kommt.

Wulf Bernotat, Vorstandsvorsitzender der E.ON AG
Wulf Bernotat, Vorstandsvorsitzender der Eon AG. -Foto: dpa

Düsseldorf Das Hochspannungsnetz mit einer Länge von 10.000 Kilometern soll an einen Betreiber veräußert werden, der nicht im Bereich der Stromerzeugung oder -versorgung tätig ist. Ferner will Eon Beteiligungen an den Kohlekraftwerken in Rostock, im niedersächsischen Mehrum, in Veltheim in Nordrhein-Westfalen sowie im saarländischen Bexbach abgeben, ebenso wie die vollständig zu Eon gehörenden Kraftwerke in Bremen-Farge und dem südbayerischen Zolling.

Eon hatte Ende Februar überraschend angekündigt, sich freiwillig von seinem Hochspannungsnetz sowie von Kraftwerkskapazitäten mit einer Leistung von 4800 Megawatt trennen zu wollen. Konzernchef Wulf Bernotat begründete den Schritt damit, so den Kartellstreit mit der EU konstruktiv zu beenden. Die Zugeständnisse waren in der Branche und in der Politik zum Teil auf großes Unverständnis gestoßen. Während die Konkurrenten RWE und EnBW betonten, an ihren Stromnetzen festhalten zu wollen, prüft Vattenfall ebenfalls einen Verkauf.

Über Einstellung des Kartellverfahrens wird im Herbst entschieden

Zum Verkauf gestellt würden auch die Beteiligung am Braunkohlekraftwerk Lippendorf bei Leipzig und anteilige Strombezugsrechte am Kraftwerk Buschhaus in Niedersachsen. In der Kernenergie erklärte sich Eon bereit, aus Minderheitsbeteiligungen unter anderem an den Kraftwerken Gundremmingen in Bayern und Krümmel bei Hamburg Strombezugsrechte von 1500 Megawatt abzugeben. Das Eigentum an diesen Kraftwerken soll weiterhin bei Deutschlands größtem Energiekonzern bleiben.

Bis Ende Mai wollen die Düsseldorfer bei der EU-Kommission eine Verpflichtungszusage einreichen. Über eine Einstellung des Kartellverfahrens werde voraussichtlich im Herbst 2008 entschieden. Für den Verkauf der Kraftwerkskapazitäten hat Eon anschließend nach eigenen Angaben maximal ein Jahr Zeit, beim Stromnetz sind es zwei Jahre. (kj/dpa)

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