Wirtschaft : Energiemarkt: Konkurrenten Kopf an Kopf

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Eon und RWE liegen europaweit fast gleichauf mit der Zahl ihrer Strom- und Gaskunden. Beide versorgen jetzt rund 20 Millionen Menschen und belegen damit nach dem französischen Konzern EDF und dem italienischen Unternehmen Enel in Europa den dritten Platz. Jetzt bietet RWE dem Konkurrenten Eon in Großbritannien Paroli.

Beide Konzerne haben bereits eine internationale Einkaufstour durch die Branche hinter sich. Aus dem Essener RWE-Konzern heißt es jetzt, dass man nach der jüngsten Übernahme des britischen Stromerzeugers Innogy keine weiteren Zukäufe mehr plane.

Seit der Liberalisierung des Marktes 1998 herrscht sowohl bei Eon als auch bei RWE hektische Betriebsamkeit. Das Ziel: die Konzentration auf die Kernsparten Strom, Gas und Wasser. Bei RWE kam im Wasserbereich die britische Thames Water und American Waterworks dazu. Im Gasbereich hat RWE ebenfalls ausgebaut - und zwar mit den niederländischen Firmen Intragas und Obragas, mit der tschechischen Transgas sowie der britischen Highland Energy. Um die Expansion zu finanzieren, verkaufte RWE diverse Töchter: Medizintechnik, Chemie und Telekommunikation. Außerdem wurden Tankstellen und Raffinerien in ein Joint-Venture mit Shell überführt. Auch aus Hochtief und Heidelberger Druckmaschinen zieht RWE sich zurück.

Bei Eon - zwölf Millionen Kunden in Deutschland - setzt Unternehmenschef Ulrich Hartmann auf ein ähnliches Konzept, vernachlässigt jedoch das Wassergeschäft. Insgesamt habe man sich, sagt Sprecher Josef Nelles, von 45 Milliarden Euro Umsatz getrennt mit den Verkäufen von bisher elf Unternehmen (unter anderem Vebal Öl, VAW Aluminium). Stinnes wird noch in diesem Jahr verkauft, Viterra und Degussa in drei bis fünf Jahren. Hingegen läuft gerade die Akquisition von Ruhrgas. Der noch nicht abgeschlossene Kauf des britischen Energieversorgers Powergen kostet 15,3 Milliarden Euro, ermöglicht aber den Einstieg in den US-Markt.

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