Energieversorger : Eon setzt voll auf erneuerbare Energien

Der Konzern investiert Milliarden, um den Anteil von Wind-, Sonnen- und Wasserkraft bis 2030 von 13 auf 36 Prozent zu steigern. Noch sind die Zahlen allerdings eine Vision.

Jürgen Flauger

Norwich - Der Eon-Konzern will mit Milliardeninvestitionen die erneuerbaren Energien langfristig zu seinem wichtigsten Energieträger machen. 2030 sollen 36 Prozent der installierten Kapazitäten des deutschen Marktführers Strom mit Wind, Sonne, Wasser oder Biomasse erzeugen, sagte Vorstandschef Wulf Bernotat bei einer Präsentation. Zurzeit liege der Anteil noch bei 13 Prozent.

Im Energiemix der Zukunft soll Gas mit 31 Prozent den zweitgrößten Anteil haben, gefolgt von Kohle mit 22 Prozent und Kernkraft mit elf Prozent. Ein Drittel der Kohlekraftwerke soll zudem das anfallende klimaschädliche CO2 auffangen können. Dank der erneuerbaren Energien, der Kernkraft und den saubereren Kohlekraftwerken werde dann die Hälfte des Eon-Kraftwerksparks CO2- frei Strom produzieren.

Noch sind die Zahlen zwar eine Vision. Eon baut den Anteil der erneuerbaren Energien aber zurzeit schon deutlich aus. In den vergangenen zwei Jahren investierte der Konzern hier bereits vier Milliarden Euro, und für die kommenden drei Jahre plant er dieselbe Summe.

Eon sieht dank nationaler Subventionen und steigender Preise der fossilen Brennstoffe in den erneuerbaren Energien nicht nur ein zunehmend lukratives Geschäft. Er wird dazu auch durch die politischen Rahmenbedingungen getrieben. Durch die Klimaschutzauflagen der EU-Kommission drohen dem Unternehmen jährlich hohe Belastungen, wenn es die Stromerzeugung nicht massiv umbaut.

Nach den Worten des für neue Märkte zuständigen Vorstandsmitglieds Lutz Feldmann will Eon bei seinen Investitionsentscheidungen genau prüfen, in welchen Regionen sich welche Energieträger langfristig wirtschaftlich lohnen. So werde sich das Unternehmen bei Windanlagen auf dem Festland auf Spanien und die USA konzentrieren, bei Offshore- Parks vor der Küste auf Skandinavien, Großbritannien oder Deutschland. Hierzulande will der Konzern aber behutsam vorgehen, weil die Bedingungen besonders schwierig sind. Die Windparks müssen besonders weit vor der Küste und in tiefem Gewässer stehen.

Zurückhaltend äußerte sich Eon-Chef Bernotat über das derzeit viel diskutierte Projekt Desertec, also die Vision, in Afrika großflächig mit Solarenergie Strom zu gewinnen und nach Europa zu exportieren. Eon werde sich zwar bei dem von der Münchener Rück initiierten Treffen von Industrievertretern am 13. Juli beteiligen. Konkrete Planungen gebe es aber nicht. Jürgen Flauger (HB)

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