Wirtschaft : Energieversorgung Baden-Württemberg: EU prüft Einstieg der Franzosen bei EnBW genau

msb

Aus Sorge um den Wettbewerb auf dem französischen Strommarkt, will die EU-Kommission die Beteiligung der Electricité de France (EdF) an der Energieversorgung Baden-Württemberg (EnBW) genauer prüfen. Die EdF ist seit diesem Jahr mit 25,01 Prozent an der EnBW beteiligt. Die EnBW wäre theoretisch ein möglicher Konkurrent auf dem nur schleppend liberalisierten französischen Strommarkt. Da die EdF gemeinsam mit dem Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW) die Energieversorgung Baden-Württemberg kontrolliere, bestehe die Gefahr, dass damit "ein potenzieller Wettbewerber auf dem französischen Strommarkt wegfallen würde", heißt es in einer Erklärung der Kommission. Außerdem seien EdF und EnbW an Schweizer Stromunternehmen beteiligt, die dann ebenfalls als Konkurrenten für Frankreich ausfielen. Für eine vertiefte Untersuchung steht der Kommission ein Zeitraum bis zum 3. Februar 2001 zur Verfügung.

Die EnBW in Karlsruhe ist der viertgrößte deutsche Stromversorger. OEW ist ein Zusammenschluß von neun Gebietskörperschaften, der vor allem Anteile an Energieversorgungsgesellschaften hält. Sein Anteil an der EnBW beträgt 34,5 Prozent. Die EdF mit 25,01 Prozent bemüht sich um weitgehende Mitspracherechte, ohne die Aktienmehrheit erwerben zu müssen. Die EdF hat als französischer Strommonopolist dadurch Anstoß bei der EU-Kommission erregt, dass sie die Liberalisierung des französischen Strommarktes erschwert. Sie ist als staatliches Unternehmen Betreiberin des französischen Stromnetzes und hat somit ein Monopol bei der Versorgung der Endabnehmer. Gleichzeitig hält sie Beteiligungen an Stromerzeugern in Österreich, Belgien, Schweden, der Schweiz und Großbritannien. Daß andere Mitgliedstaaten ihre Märkte öffnen, nutzt die EdF für Beteiligungen und Stromlieferungen besonders nach Deutschland und Großbritannien.

Die EnBW bekräftigte unterdessen ihr Interesse an der Berliner Veag AG. "Ein Angebot liegt aber nicht vor", sagte EnBW-Sprecher Klaus Wertel. Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", wonach die EnBW mit dem US-Energeikonzern NRG Energy ein Angebot abgeben wolle, bestätigte Wertel jedoch nicht. Die Bieterfrist laufe bis zum 15. November.

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