Wirtschaft : Entertainment im Netz: Das Internet als Zirkus

pos

Was machen eigentlich all die Menschen im Internet, wenn sie doch partout nicht ständig irgendwas einkaufen wollen? Die New Economy steht vor einem Rätsel. Während weltweit immer mehr Menschen immer länger im Internet verweilen, sterben die Onlineshops und Web-Dienstleister reihenweise weg, weil die Kunden ausbleiben. Die Antwort: Die Menschen sind auf der Suche nach Informationen und nicht zuletzt Unterhaltung. Das Internet als globaler Amüsierzirkus. Nach dem E-Commerce-Intermezzo wendet sich das Web nun wieder seinem digitalen Ursprung zu. Bilder, Töne und Texte waren immer schon prädestiniert für die Verbreitung per Datennetz. Und jetzt, mit der Verbreitung von Hochgeschwindigkeits-Internet, könnte daraus auch ein Geschäft werden. Die mit Abstand schnellstwachsende Internet-Gemeinde ist der Musik-Tauschdienst Napster mit über 45 Millionen Mitgliedern. Bertelsmann will daraus nun ein gigantisches kommerzielles Medienvertriebssystem unter Beachtung der Urheberrechte machen. Gelingt dies, hätte der Napster Deal noch größe Bedeutung für die Unterhaltungsindustrie im Netz als die angekündigte Fusion des Onlineriesen AOL mit dem Mediengiganten Time Warner. Hier entsteht ein Online-, Kabelnetz-, TV-, Film- und Musik-Konglomerat mit weit über 20 Millionen Web-Kunden, von dem noch keiner wirklich weiß, was es bringen wird. Aber jeder ahnt, dass es der entscheidende Durchbruch für die digitale Unterhaltungsmaschinerie sein könnte.

Auf jeden Fall hat diese Fusion Anfang 2000 den offiziellen Startschuss gegeben zum finalen Wettlauf um die besten Positionen im neuen Unterhaltungs-Wunderland. Es folgten die Bildung des Mediengiganten Vivendi Universal, die europäische Antwort auf AOL, sowie der US- und Europa-Start von Sonys Unterhaltungsmaschine Playstation 2. Microsoft kündigte mit seiner "X-Box" für 2001 den Start in das Zeitalter der Online-Unterhaltung an. Im November hatte in den USA der erste Kinofilm Premiere, der per Satellit in ein voll digitales Kino übertragen wurde. Auch die Telekom sucht noch nach einem Medienkonzern, der ihre Kupferdrähte mit Inhalten füllt. Im abgelaufenen Jahr wurden die Weichen gestellt. Das neue Jahr wird den Durchbruch bringen im Online-Unterhaltungsmarkt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben