Wirtschaft : Eon gibt 29 Milliarden für neue Kraftwerke aus Investitionen vor allem im Ausland / Rekordgewinn

Düsseldorf - Eon-Chef Wulf Bernotat plant Rekordinvestitionen in den Bau neuer Kraftwerke und in erneuerbare Energien. Bis 2015 sollen die Erzeugungskapazitäten um 50 Prozent auf 90 000 Megawatt (MW) steigen, kündigte Bernotat am Donnerstag auf der Bilanz-Pressekonferenz an. Die Investitionen steigen bis 2010 um drei Milliarden auf 50 Milliarden Euro, 29 Milliarden davon fließen in die Stromerzeugung. Der Konzern plant zur Zeit in Europa und Russland 17 neue Kohle- und Gaskraftwerke. Rund vier Milliarden Euro will Eon zudem bis 2010 für erneuerbare Energien ausgeben. Die Kapazitäten erhöhen sich damit von 1350 auf 4000 MW. Bis 2015 ist sogar ein Ausbau auf 10 000 MW geplant.

Eon will mit den Investitionsplänen auf die politischen Rahmenbedingungen reagieren. Mit dem Bau moderner, abgasarmer Anlagen stellt sich der Konzern auf die schärferen Klimaschutzvorgaben ein. Ferner hatte Eon kürzlich angekündigt, sein deutsches Hochspannungsnetz zu verkaufen, weil durch die Regulierung die Renditen des Netzes sinken, und weil mit dem Verkauf ein Kartellstreit mit der EU-Kommission beigelegt werden kann. Gleichzeitig erwägt Bernotat, die Holding Thüga mit 120 Beteiligungen an Stadtwerken zu veräußern.

Zum anderen richtet Bernotat Eon konsequent auf das Ausland aus. Nur fünf der neuen Kraftwerke sind in Deutschland geplant, zwölf im Ausland – unter anderem in Russland und Spanien. Im Rahmen der Einigung mit der EU-Kommission hat Eon zudem zugesagt, sich in Deutschland von rund einem Fünftel seiner Stromproduktion zu trennen und sucht dafür Tauschobjekte in Europa.

Die Zahlen für 2007 fielen weitgehend wie erwartet aus. Der Konzernüberschuss stieg um neun Prozent auf 5,1 Milliarden Euro. Der Umsatz mit Strom und Gas wuchs um sieben Prozent auf 68,7 Milliarden Euro. Die Dividende steigt um 22 Prozent auf 4,10 Euro. Die Eon-Aktie gehörte am Donnerstag mit plus 1,3 Prozent zu den besten Dax-Werten.juf (HB)

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