Wirtschaft : Epcos AG: Das Münchener Unternehmen erwartet weiter ein kräftiges Wachstum

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Die Münchner Epcos AG will nach einem Rekordjahr 1999/2000 auch in diesem Jahr kräftig wachsen. Der Bauelementehersteller werde seine Umsätze bis mindestens 2002 jährlich um ein Viertel bis ein Drittel ausweiten, kündigte Konzernchef Klaus Ziegler zur Bilanzvorlage in München an. Um das zu erreichen, würden derzeit die Kapazitäten vor allem in Asien mit Hochdruck ausgebaut. Die bestehenden Fabriken arbeiteten "unter Volllast". Im Vorjahr hatten die Epcos-Umsätze sogar um 63 Prozent auf 3,6 Milliarden Mark zugelegt. Das vergangene Jahr sei damit eine nicht zu wiederholende Ausnahmeperiode gewesen, betonte Ziegler. Die Anteilseigner sollen entgegen früherer Ankündigungen für die Vorperiode nun doch eine Dividende und zwar einen Euro je Aktie erhalten. Siemens und der japanische Matsushita-Konzern halten je 12,5 Prozent der Epcos-Anteile und haben das gemeinsame Joint-Venture vor gut einem Jahr an die Börse gebracht.

Im Schnitt der vergangenen fünf Jahre seien die Epcos-Erlöse nur um gut ein Fünftel und die Ergebnisse vor Steuern und Zinsen (Ebit) um je ein Drittel gestiegen. Im Vorjahr verdreifachte sich das Ebit dagegen auf 657 Millionen Mark und auch der Nachsteuergewinn auf 470 Millionen Mark. Gemessen am Umsatz ist Epcos damit hinter Japans Murata der weltgrößte Produzent von Oberflächenwellenfiltern, Kondensatoren und anderen Bauelementen.

Obwohl branchenweit angesichts der hohen Nachfrage nach derartigen Produkten verstärkt Kapazitäten aufgebaut würden, sieht Ziegler mindestens bis Mitte 2001 keine Anzeichen für einen Preisverfall. Deshalb rechnet er für das laufende Geschäftsjahr mit einem überproportionalen Gewinnwachstum. Wenn seine Prognosen stimmen, könnte Epcos in dieser Periode rund 4,8 Milliarden Mark Umsatz sowie ein Ebit von knapp einer Milliarde Mark verbuchen und rund 900 Millionen Mark investieren.

Getragen wird das Wachstum derzeit vor allem vom Mobilfunk und der Kfz-Elektronik. Der Auftragsbestand liege derzeit bei gut zwei Milliarden Mark. Künftig kommen das Internet und Multimedia als weitere Treiber hinzu, meinte Vorstand Gerhard Pegam. Mit neuen Produkten wie Niob-Kondensatoren oder keramischen Einspritzventilen sei man ausgezeichnet am Markt positioniert.

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