Wirtschaft : „Er ist keine zweite Wahl“

Verhaltenes Lob für den neuen Telekom-Chef

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Der neue Mann an der Spitze der Deutschen Telekom findet Zustimmung, wenn auch verhaltene. Die Bundesregierung bescheinigt KaiUwe Ricke „hervorragende Sachkenntnis“. Der 41-Jährige habe als Chef von T-Mobile und T-Online „sehr gute Arbeit geleistet“. Mit 43 Prozent ist der Bund größter Einzelaktionär der Telekom. Übergangschef Helmut Sihler, der an der Auswahl maßgeblich beteiligt war, sagte: „Ricke ist auch keine zweite Wahl.“ Der neue Vorstandsvorsitzende habe die Charakterstärke, die mit 64 Milliarden Euro verschuldete Telekom aus der Krise zu führen.

Während der viermonatigen Suche nach einem Nachfolger für den ausgeschiedenen Ron Sommer war immer wieder die Rede davon, dass der deutsche Telekomkonzern von einem international erfahrenen Manager, am besten von einem Externen, geführt werden müsse. Ricke stand von Anfang an auf der Liste möglicher Kandidaten.

Auch Konkurrenten der Deutschen Telekom begrüßten die Wahl Rickes. Jetzt stehe an der Spitze des ehemaligen Monopolisten ein wettbewerbserfahrener Manager, erklärte der Geschäftsführer des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), Jürgen Grützer. Grützer geht davon aus, dass Ricke eher auf Profitabilität als auf einen „teuren Verdrängungswettbewerb“ zu Lasten des eigenen Unternehmens setzt. „Ricke ist ein Mann des Wettbewerbs und weiß, wie man zusammen mit anderen Unternehmen Geld verdient“, sagte der VATM-Geschäftsführer.

Der Telekom-Gesamtbetriebsrat unterstützt die Wahl Rickes zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Der Vorsitzende des Betriebsrates, Wilhelm Wegner, sagte schon im Vorfeld der Entscheidung des Aufsichtsrats am Donnerstagmorgen, Ricke genieße das Vertrauen der Arbeitnehmer-Vertreter.

An der Börse war die Entscheidung für Ricke erwartet worden. Analyst Ralf Hallmann von der Bankgesellschaft Berlin sagte: „Nach Prüfung aller Optionen dürfte die Wahl Rickes die richtige Lösung sein.“ Und Werner Stäblein von der ING BHF Bank kommentierte: „Ricke passt schon.“ Ob er auch einen neuen Kurs einschlage, müsse sich erst noch zeigen. fo

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