Wirtschaft : Ericsson: Wieviel Handys braucht der Mensch?

Corinna Visser

Die schlechten Nachrichten nehmen kein Ende. Jetzt kommen sie sogar aus dem Mobilfunk, jener Branche, in welcher die Wachstumsraten keine Grenze kannten. Ericsson will künftig Handys nicht mehr selbst bauen. Doch schuld daran ist nicht der Mobilfunk, sondern Ericsson. Die Menschen bevorzugen Geräte von Nokia, Motorola oder Siemens. Sie haben nicht beschlossen, keine Handys mehr zu kaufen. Es wäre voreilig, allein aus dem Einzelfall eine pauschale Theorie der Marktsättigung abzuleiten.

Doch das ist nicht alles. Schwerer wiegt, dass alle Handyhersteller seit Monaten der Reihe nach ihre Prognosen für den Handyabsatz im laufenden Jahr nach unten korrigieren. Die Schätzungen werden immer pessimistischer. Wer sich auf der Straße umschaut, kann das nachempfinden: Alle haben bereits ein Handy. Wer soll also in diesem Jahr noch eines kaufen? Die Telekomkonzerne sprechen dagegen gern davon, dass es in Deutschland bald mehr Handyanschlüsse als Einwohner geben wird, viele Kunden also mehr als ein Mobiltelefon besitzen werden. Doch unendlich steigern lässt sich das eben nicht. Die Zeiten der Wachstumsraten von 50 Prozent pro Jahr sind vorbei. Jetzt müssen sich die Konzerne etwas einfallen lassen: Sie müssen einfachere und bessere Produkte anbieten. Mit der neuen Mobilfunkgeneration UMTS wird es noch einmal einen deutlichen Wachstumsschub geben, wenn die Hersteller in der Lage sind, attraktive Dienste und dazu ein kinderleicht zu bedienendes Mobiltelefon anzubieten. Dann werden wir uns sicher auch wieder ein neues Handy kaufen.

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