Ermittlungen gegen VW-Aufsichtsratschef : Schlechtes Krisenmanagement rächt sich

Der VW-Konzern kommt nicht aus der Krise. Wie auch? Kann der Kulturwandel gelingen, wenn sich das Personalkarussell nur intern dreht? Nein. Altes Personal, alte Fehler. Ein Kommentar.

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Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG (l.) und VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch (aufgenommen 2014).
Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG (l.) und VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch (aufgenommen 2014).Foto: dpa

Der Dieselskandal lässt VW nicht los. Neue Vorwürfe gegen die Tochter Audi, staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen den Aufsichtsratschef, Streit mit dem Verkehrsministerium über die Frage, ob VW gegen europäisches Recht verstoßen hat – der Autohersteller kommt aus dem Sumpf der Manipulationsaffäre nicht heraus. Schuld daran trägt nur einer, der Konzern selbst. Jetzt rächen sich das miserable Krisenmanagement aus Wolfsburg und die merkwürdige Personalpolitik des größten deutschen Autoproduzenten. Warum hat man Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch, der in der Krise zuständig war für die Information der Anleger und der Märkte, zum Chef des Aufsichtsrats gemacht? Warum hat man den Chef der VW-Tochter Porsche, Matthias Müller, an die Spitze des Konzerns geholt? Wie soll der Kulturwandel gelingen, wenn sich das Personalkarussell nur intern dreht? Altes Personal, alte Fehler. Nun droht VW aber, den Bogen zu überspannen. Die Behauptung, man habe in Europa nichts Illegales getan, könnte selbst den größten Fürsprecher des Konzerns, den Verkehrsminister, verprellen. Für die deutschen Kunden, die bislang vergeblich auf eine Entschädigung hoffen, wäre das eine gute Nachricht.

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