Erst Halbjahr : VW überrascht sich selbst

Martin Winterkorn klingt, als sei er selbst vom Erfolg überrascht worden. „Das Ergebnis des ersten Halbjahres hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen“, sagte der VW-Chef am Donnerstag.

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Berlin - Doch im zweiten Quartal hat sich nur fortgesetzt, was VW und andere deutsche Hersteller seit Monaten freut: die Nachfrage nach deutschen Autos steigt – vor allem in Asien und Nordamerika.

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres hat Volkswagen operativ schon 2,8 Milliarden Euro verdient – mehr als drei Mal so viel wie im Vorjahreszeitraum und gut eine Milliarde Euro mehr als im gesamten Jahr 2009, als die Branche noch in der tiefsten Krise ihrer Geschichte steckte. Unter dem Strich blieben bis Ende Juni 1,8 Milliarden Euro übrig. 3,6 Millionen Fahrzeuge wurden seit Januar ausgeliefert, mehr als drei Millionen davon ins Ausland. „Getragen wird das gute Ergebnis insbesondere von der hohen Nachfrage nach unseren Konzernmodellen in Westeuropa, China sowie Nord- und Südamerika“, sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch. In China verkauft VW inzwischen mehr Autos als auf dem Heimatmarkt. Dass der rasant gestiegene Gewinn nicht nur ein Ergebnis gesunkener Kosten und günstiger Wechselkurse ist, zeigt der ebenso deutlich gestiegene Umsatz (plus 21 Prozent auf knapp 62 Milliarden Euro) und die prall gefüllte Konzernkasse, in der VW aktuell 17,5 Milliarden Euro hortet.

An der Börse kam der Zwischenbericht aus Wolfsburg sehr gut an. Die VW-Vorzugsaktie stieg um drei Prozent auf 80,98 Euro. „Das sind sehr starke Quartalszahlen“, sagte ein Analyst. Die Aktie verdiene es, weiter zu steigen. mot

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