Wirtschaft : Ertragsorientiertes Wachstum heißt das Ziel

BERLIN (dr).Eine nüchterne Bilanz zog der Vorstandsvorsitzende der Bankgesellschaft Berlin AG, Wolfgang Rupf, am Montag vor der Presse in Berlin."Mit der Hauptversammlung im Mai 1999 geht die erste Fünf-Jahres-Periode der Bankgesellschaft Berlin AG zu Ende.Viele Hoffnungen und Erwartungen sind nicht eingetreten", so Rupf.Doch in der zweiten Fünf-Jahres-Periode soll vieles besser werden.Ertragsorientiertes Wachstum heißt die Zielvorgabe für den Konzern.Die Bankgesellschaft sei auf dem Weg, mit allen Teilbanken zusammen für das laufende Jahr wieder ein dividendenfähiges Ergebnis zu erwirtschaften.Die Strategie solle künftig auf die weitere Reduzierung der Risiken und einer ergebnisorientierten Beschränkung auf Kerngeschäftsfelder beruhen.Ferner teilte Rupf mit, daß die Bankgesellschaft sich von den Beteiligungen an der Allbank und der Bank Girotel trennen wolle.

Mit dem Rating aller Kredite im Konzern bis zu einer Größenordnung von fünf Mill.DM und darunter sei man bis Mitte des Jahres durch, so der Vorstandsvorsitzende.Größere negative Überraschungen erwartet er nicht.Sicherlich werde es aber im Immobilienbereich noch das ein oder andere Risiko geben.Dennoch ist Rupf zuversichtlich, daß die Risikovorsorge im laufenden Jahr auf unter eine Mrd.DM gesenkt werden kann.Bei einer Dividende von 1,10 DM pro Aktie, wie sie zuletzt für 1997 gezahlt wurde, müßte im Konzern ein Ergebnis vor Steuern von mindestens 750 Mill.DM und in der AG von über 240 Mill.DM erreicht werden.

Im laufenden Jahr war man bei der Bankgesellschaft weit davon entfernt.Zwar kann sich das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge mit 2,6 (Vorjahr 1,7) Mrd.DM durchaus sehen lassen, nach Risikovorsorge, die um 19,6 Prozent auf netto auf 1,2 Mrd.DM wuchs (brutto 2,1 Mrd.DM), sehen die Zahlen jedoch weniger schön aus.Zu Buche schlugen schließlich noch die Zuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken mit 525 Mill.DM, außerordentliche Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von 225 Mill.DM, Verlustübernahmen für die Berliner Bank in Höhe von 159 Mill.DM und eine erhöhte Steuerposition.Im Jahr 1998 betrug der Jahresüberschuß im Konzern 68 (295) Mill.DM.In der AG sank er auf 65 (218) Mill.DM.Für 1998 wird keine Dividende gezahlt.

Erstmals legt der Konzern zumindest teilweise eine Segmentberichterstattung vor.Danach waren 1998 die Ergebnisse der Bereiche Firmenkunden (minus 238 Mill.DM) und Immobilien/Finanzierungen (minus 135 Mill.DM) negativ.Im Firmenkundengeschäft hätten sich vor allem die Risiken aus dem Auslandsgeschäft negativ ausgewirkt, die zu rund einem Drittel für die Risikovorsorge von 604 Mill.DM in diesem Bereich verantwortlich gewesen seien.Positiv schlossen das Privatkundengeschäft (47 Mill.DM), der Bereich Immobilien-Dienstleistungen (62 Mill.DM) und vor allem das Kapitalmarktgeschäft mit 297 Mill.DM, auf das Rupf so große Hoffunungen setzt.

Rupf hat sich mehrere Bereiche ins Visier genommen.So soll insbesondere der Aufwand im Privatkundengeschäft von derzeit 552 Mill.DM gesenkt werden.Sorgen bereiten Rupf nicht zuletzt die Raumkosten, die im vergangenen Jahr um 25 Prozent auf 342 Mill.DM gestiegen sind.Ein gezieltes Standortprogramm, daß Filialschließungen nicht ausschließt, soll Abhilfe schaffen.

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