Wirtschaft : Essener RAG will ein weltweit führender Kohleproduzent werden

ESSEN .Der Essener RAG-Konzern will sich zu einem weltweit führenden Kohleproduzenten entwickeln und seine Geschäftstätigkeit auf das Ausland ausweiten."Wir wissen, daß die Steinkohle weltweit ein Wachstumsmarkt mit guten Perspektiven ist", erklärte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Gerhard Neipp, am Montag bei der Bilanzvorlage in Essen.Der Auslandsbergbau solle künftig neben dem Heimatgeschäft zu den Schwerpunkten der RAG gehören.Vor zwei Wochen hatte die RAG die Übenahme der US-Bergwerksgesellschaft Cyprus Amax Coal Corp.angekündigt, mit der der Konzern zum weltweit zweitgrößten privaten Kohleproduzenten aufsteigt.Zusammen mit dem heimischen Bergbau könne der Essener Konzern im internationalen Geschäft ein Förder- und Handelsvolumen von jährlich 138 Mill.Tonnen Kohle erreichen, sagte Neipp.

Für 1999 plane RAG mit der Cyprus Amax-Übernahme für 1,8 Mrd.DM Investitionen von mehr als vier Mrd.DM.Der Umsatz, der im Jahr 1998 um zehn Prozent auf 27,5 Mrd.DM gestiegen war, soll auch künftig bei 28 Mrd.DM liegen.Bei dem ausschließlich außerhalb des deutschen Steinkohlebergbaus erwirtschafteten Ergebnis nach Steuern werde nach einem kräftigen Plus um 158 Mill.DM auf 409 Mill.DM im vergangenen Jahr nur noch mit einem "leichten Anstieg" gerechnet.Die unter dem Dach der Deutschen Steinkohle AG (DSK) zusammengeschlossenen Bergwerke trugen 1998 mit 8,6 Mrd.DM nur noch ein Drittel zum Konzernumsatz bei.Im laufenden Jahr soll die heimische Förderung 1,4 Mill.Tonnen auf 37,6 Mill.Tonnen zurückgefahren werden.Neipp kündigte an, daß bis zum Jahr 2005 fünf Bergwerke geschlossen werden, die Belegschaften der Zechen sollen nach dem Wegfall von 4950 Stellen in den Steinkohlegruben 1998 im laufenden Jahr um weitere 4000 reduziert werden.1999 werden dann noch 66 000 Bergarbeiter bei der RAG beschäftigt sein.

Neipp hofft auf eine "Anschlußregelung für einen lebensfähigen deutschen Bergbau", obwohl die kohlepolitischen Beschlüsse im Jahr 2005 auslaufen werden.Bis dahin sollen nach den Vereinbarungen mit der Bundesregierung und der EU weitere 32 000 Arbeitsplätze wegfallen, die Kohlesubventionen werden bis dahin auf 5,3 Mrd.DM gesenkt.

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