Wirtschaft : EU-Erweiterung: Tschechische Republik

Stark gestartet, stark nachgelassen: Nach einem viel versprechenden Start der Reformen büßte Tschechien seinen Vorsprung vor den übrigen Transformationsstaaten in den vergangenen Jahren ein und konnte erst jüngst wieder aufschließen. Nun hat die Republik gute Chancen, zu den ersten neuen Mitgliedern der EU zu gehören. Das Land liegt dank seiner guten außenwirtschaftlichen Position, seiner Preisstabilität und einer recht gesunden Wirtschaftsstruktur bei der Erfüllung der Kopenhagener Beitrittskriterien auf dem zweiten Platz hinter Slowenien. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt bei mehr als 50 Prozent des EU-Durchschnitts, und geschätzte sechs Milliarden US-Dollar Direktinvestitionen flossen nach Tschechien. Nachholbedarf gibt es gleichwohl bei den lange verschleppten institutionellen Reformen. Die Wirtschaftskriminalität ist noch immer ein großes Problem, und eine grundlegende Reform der öffentlichen Verwaltung und des Gerichtssystems steht weiterhin aus. Auch die Regulierung des Finanzsektors bereitet Probleme. So ist die unvollständige Restrukturierung des Bankensektors und der Industrie ein Hemmnis für kräftiges Wachstum. Ebenso ist der Staatshaushalt noch ein gutes Stück von der Maastricht-Norm entfernt. Das kann sich aber dank guter Wachstumsprognosen schon bald ändern.

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