EU-Urteil : Microsoft legt technische Details für Konkurrenz offen

Mit Spannung wurde die Reaktion des Software-Giganten erwartet: Microsoft hat, wie vom EU-Gericht verlangt, technische Details preisgegeben, damit andere Hersteller ihre Software kompatibel zum Betriebssystem Windows gestalten können.

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Kartellstrafe: Microsoft verliert gegen die EU-Kommission. -Foto: AFP

BrüsselEinen Monat nach der spektakulären Niederlage vor dem EU-Gericht hat Microsoft ausstehende Wettbewerbsforderungen der Brüsseler EU-Kommission erfüllt. Dabei gehe es um die Öffnung des marktbeherrschenden Computer-Betriebssystems Windows für mehr Wettbewerb, teilte die EU-Behörde mit. Es wurden nun die Bedingungen festgelegt, unter denen Microsoft technische Einzelheiten an andere Hersteller offenlegt, damit deren Software für große Betriebsrechner mit Windows vereinbar wird. Die Kommission hielt sich offen, nachträglich noch ein Bußgeld für die bisher nach ihrer Ansicht ungerechtfertigten Lizenzgebühren für die technischen Informationen zu erheben. Eine Entscheidung werde zu einem späteren Zeitpunkt fallen.

Zudem wurde Microsoft zu einer Kartellstrafe von 497 Millionen Euro verdonnert. Die EU-Kommission feierte ihren damaligen Sieg vor Gericht als Sieg für die Verbraucher. Denn 95 Prozent aller Computer weltweit laufen mit einem Microsoft-Betriebssystem wie Windows XP oder Vista. Das sehen offenbar auch die Tagesspiegel.de-Leser so. In einer Umfrage von Tagesspiegel.de fanden 75,55 Prozent von 1522 befragten Usern die Geldbuße für angemessen,weil sie der Meinung sind, dass der US-Gigant ohnehin zu viel Marktmacht besitzt. Lediglich 72 Personen waren der Ansicht, dass die Strafe zu hoch sei und 19,72 Prozent der abgegebenen Stimmen hielten die Sanktionen für falsch und voteten dafür, dass Microsoft in Berufung gehen sollte. (imo/dpa)

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