Wirtschaft : Euro-Bargeld: Streit um Gebühren für den Umtausch

Ein Jahr vor der Einführung des Euro-Bargeldes gibt es Streit darüber, ob die deutschen Verbraucher beim Währungs-Umtausch mit Gebühren zur Kasse gebeten werden sollen. Der frühere Bundesfinanzminister Theo Waigel rief die deutschen Banken dazu auf, die D-Mark-Münzen und Scheine kostenlos umzutauschen. Der "Passauer Neuen Presse" sagte der CSU-Politiker: "Ich kann die Banken nur davor warnen, für den Umtausch der Geldscheine und Münzen Gebühren zu erheben." Dies würde das Image des Euro schädigen.

Nach Angaben des Bundesverbandes deutscher Banken haben sich die deutschen Kreditinstitute in einer Selbstverpflichtung bereit erklärt, eine so genannte haushaltsübliche Menge an Bargeld in der achtwöchigen Einführungszeit von Januar bis Februar 2002 zumindest für ihre Kunden gebührenfrei umzutauschen. Ähnlich äußerte sich auch das Bundesfinanzministerium am Montag in Berlin. Man gehe davon aus, "dass der Wettbewerb das kundenfreundlich regeln wird", sagte eine Sprecherin. Was eine haushaltsübliche Menge ist, ist nach Angaben des Verbandes allerdings völlig offen und der Entscheidung der Banken überlassen. Die Commerzbank definiert als haushaltsübliche Menge 1000 Mark in Scheinen und 20 Mark in Münzen. Die Frage, ob auch Nichtkunden ihr Bargeld kostenlos tauschen können, hängt ebenfalls von der Entscheidung des einzelnen Kreditinstitutes ab.

Nach Angaben des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes haben zwar einige Mitglieder angekündigt, auch das Geld von Nichtkunden kostenfrei zu tauschen. Die Mehrheit wolle aber Gebühren erheben. Laut BdB kostet der Bargeldumtausch jede Bankfiliale rund 139 000 Mark. Der Sparkassen- und Giroverband empfahl, nicht benötigte Bargeldbestände noch 2001 einzuzahlen. Die Kontoumstellung sei gebührenfrei.

Streit gibt es auch um den Schutz der Geldtransporte bei der Euro-Bargeldeinführung. "Wir sind nicht der Wach- und Schließdienst des Kreditgewerbes", sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Walter Zuber. Es könne nicht erwartet werden, dass jeder Transport bis zur letzten Filiale begleitet werde, sagte der Politiker dem ZDF. Den von der Kreditwirtschaft gelegentlich geforderten Bundeswehreinsatz lehnte der Minister "schon aus verfassungsrechtlichen Gründen" ab. Die Landeszentralbank Rheinland-Pfalz/Saarland koordiniert die Verteilung des Euros.

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