Wirtschaft : Euro: Einheitswährung kann sich leicht erholen

Trotz einer leichten Stabilisierung des Euros besteht nach Einschätzung von Währungsexperten noch kein Anlass zur Entwarnung. Sie schlossen ein erneutes Absacken der Gemeinschaftswährung nicht aus. Am Freitag setzte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs mit 0,8735 Dollar fest, am Vortag hatte er noch unter 87 Cent gelegen. Der Dollar kostete damit 2,2390 (Donnerstag 2,2542) Mark.

Bundeswirtschaftsminister Werner Müller zeigte sich trotz der anhaltenden Euro-Schwäche gelassen. Auch der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Christoph Zöpel, und der Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank, Wolfgang Roth, reagierten gelassen. Währungsexperten warnten allerdings, in der Vergangenheit sei man schon häufiger der Ansicht gewesen, dass der Euro die Talsohle erreicht habe. Dies sei aber nicht der Fall gewesen.

Derzeit sei die psychologische Lage so schlecht, dass ein weiterer Euroverfall nicht auszuschließen sei, sagte Bernd Weidensteiner von der DG Bank. Die Stimmung gegenüber dem Euro sei sehr viel schlechter geworden. Zeichen dafür sei unter anderem auch der gestiegene langfristige Kapitalabfluss. Nach Einschätzung von Michael Schubert von der Commerzbank, ist die US-Konjunktur immer noch sehr stark. Den USA gehe es immer noch zwei Schritte besser. Es bestehe an den Märkten daher Unsicherheit, ob sich die Wachstumsdifferenz mittel- und langfristig tatsächlich verringern würde. Stephen Schneider von der WGZ-Bank hielt einen Kursrutsch der europäischen Gemeinschaftswährung auf sogar 0,77 US-Dollar für durchaus möglich.

Beobachter warteten auf die am Freitag Abend beginnende Sitzung des Rates der europäischen Finanzminister (Ecofin). Der Vorsitzende des Ecofin, Frankreichs Finanzminister Laurent Fabius, hatte eine Erklärung angekündigt.

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