Wirtschaft : Euro oder D-Mark? Entscheiden Sie jetzt!

HELMUT ZERMIN

"Fit für den Euro? Tauschen Sie bitte Ihre Zahlungsvordrucke aus!" So steht es in großen Lettern auf roten Plakaten in den Schaufenstern der Filialen der Kreissparkasse Köln.Denn ab dem 1.Januar 1999 kommt der Euro.Doch für so manchen Bankkunden und Besitzer einer Kreditkarte wird es merkwürdig: Denn als Bargeld gibt es den Euro ab dem 1.Januar 1999 noch nicht, wohl aber als unbares Zahlungsmittel.So können Schecks und Lastschriften schon auf den Euro laufen oder Zinserträge und Dividenden in Euro gutgeschrieben werden.

Bestehende Bankkonten werden bis zum 31.Dezember 2001 weiter in D-Mark geführt und erst zum Ende 2001 automatisch auf den Euro umgestellt.Wenn der Kunde es wünscht, kann er sein Bankkonto schon ab dem 1.Januar 1999 auf den Euro umstellen oder zusätzlich bei seiner Bank oder Sparkasse ein Euro-Konto eröffnen.Dies müssen Bank- und Sparkassenkunden ihrem Kreditinstitut dann allerdings rechtzeitig mitteilen.Wenn sie von sich aus nichts unternehmen, wird ihr Konto bis zum Jahr 2002 weiterhin in D-Mark geführt.

Unabhängig davon, ob sich der Kunde für ein D-Mark- oder ein Euro-Konto entscheidet, können Zahlungen sowohl in Euro als auch in D-Mark in Auftrag gegeben und empfangen werden.Gutschriften und Belastungen führt die Bank stets in der Währungseinheit des Kontos aus.Auch Schecks können ab 1.Januar 1999 in Euro ausgestellt werden.Bei jedem Auftrag muß bereits vom 1.Januar 1999 die Währung eindeutig angegeben werden.Er muß also entweder auf "DM" oder auf "Euro" lauten.Die neuen Zahlungvordrucke enthalten ein entsprechendes Währungsfeld.Wer vergißt, dieses Feld auszufüllen, hat Pech: Dann nämlich führt die Bank den Auftrag nicht aus.

Daueraufträge sind nicht automatisch an die jeweilige Kontowährung gekoppelt.Solange der Kontoinhaber keine andere Weisung erteilt, lauten bestehende Daueraufträge bis zum 1.Januar 2002 weiter auf D-Mark.Sie können aber auch unabhängig von der Kontowährung in der vom jeweiligen Empfänger gewünschten Währung ausgeführt werden.Die Banken und Sparkassen erstellen die Kontoauszüge bis zum 1.Januar 2002 in der vom Kunden gewählten Kontowährung.Belastungen von Gutschriften, die von der Währungseinheit des Kontos abweichen, werden einzeln umgerechnet.Die Umrechnung erfolgt kostenlos.Falls sich Auftrags- und Kontowährung unterscheiden, wird im Kontoauszug der ursprüngliche Betrag im Verwendungszweck wiedergegeben.Damit sich Kunden jedoch während der dreijährigen Übergangszeit an den Euro gewöhnen können, werden Banken und Sparkassen den Saldo auf dem Konto sowohl in D-Mark als auch in Euro ausweisen.Zum 1.Januar 2002 werden dann alle Konten automatisch auf den Euro umgestellt.Dabei wird der jeweilige Kontostand zum Stichtag mit dem offiziellen Euro-Tauschkurs umgerechnet.Kontonummer und Bankleitzahl bleiben unverändert.

Ähnlich unproblematisch wie bei Bankkonten ist die Euro-Umstellung bei Kreditkarten.Während der dreijährigen Übergangszeit bis zum 1.Januar 2002 können Banken, Sparkassen und Kreditkartenanbieter ihren Kunden die Kreditkarten-Abrechnung in Euro und in D-Mark anbieten.Das heißt: Kreditkartenkunden können wählen, ob ihr Kartenkonto in D-Mark oder in Euro geführt werden soll.Erst vom 1.Januar 2002 an, wenn die D-Mark endgültig verschwindet, werden alle Kartenkonten automatisch auf den Euro umgestellt.

Wenn sich Kreditkartenkunden nach dem 1.Januar 1999 für ein Kartenkonto in Euro entscheiden, werden ihnen bis zum 1.Januar 2002 alle Umsätze unabhängig davon, in welcher Währung der Umsatz getätigt wurde, in Euro in Rechnung gestellt.Um dem Karteninhaber die Übersicht zu erleichtern, werden die Umsätze immer in der Ursprungswährung und in Euro angezeigt.Die Summe der Abrechnung wird dann immer sowohl in D-Mark als auch in Euro angegeben.Bei einem Wechsel der Kartenkontowährung muß man seine Kreditkarte nicht austauschen.Auch die Geheimzahl (Personal Identification Number, kurz PIN) bleibt immer erhalten.Außerdem werden die Kreditinstitute und Kartenanbieter bei einem Wechsel der Kartenkontowährung keine Gebühren erheben.

Ein in Euro geführtes Konto verliert nichts am Wert.Alle Umsätze werden zum offiziellen Wechselkurs umgerechnet, der Ende Dezember 1998 zum 1.Januar 1999 auf fünf Stellen hinter dem Komma unwiderruflich festgelegt wird.Ob ein Kunde mit seiner Kreditkarte auch in Euro bezahlen kann, hängt davon ab, ob der Händler seinem Kunden diese Möglichkeit bietet.Eine Verpflichtung, Waren und Dienstleistungen in Euro anzubieten, besteht bis Januar 2002 noch nicht.Viele Händler haben sich bislang nicht entschieden, ob sie bei Kartenzahlungen mit beiden Währungen operieren.Einige Großfirmen wie etwa die Deutsche Bahn, McDonalds oder Karstadt planen, ihren Kunden beide Zahlungsoptionen anzubieten.Kreditkartenkunden müssen ab 1.Januar genau darauf aufpassen, daß der Händler auf dem manuell oder elektronisch erstellten Leistungsbeleg die richtige Währung einträgt - sonst nämlich kann der Einkauf teurer als geplant werden.

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