Wirtschaft : Euro: Treffpunkt von IWF und Weltbank am symbolträchtigen Ort

Mit ihrem ersten Treffen in einem früheren Ostblockland nehmen Internationaler Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Prag auch einen symbolträchtigen Ort der früheren kommunistischen Herrscher in Beschlag. Die internationalen Finanzorganisationen halten ihre Jahrestagung im Prager Kongresszentrum ab, das 1981 von der tschechoslowakischen KP als Kulturpalast eröffnet worden war. Als Schauplatz kommunistischer Parteitage und Aufmärsche der Massenorganisationen war der Palast bei den Pragern von Anfang an unbeliebt; auch deshalb weil der Bau des riesigen Beton- und Glaskomplexes unter großem finanziellen Aufwand entstand, während die Prager Bevölkerung unter einer Krise des Wohnungsbaus leiden musste. Seinem Namen alle Ehre machte der "Pakul", wie der Volksmund den Palac Kultury spöttisch abkürzte, erst nach dem Ende der kommunistischen Herrschaft als Veranstaltungsort für Filmfestivals und als Konzerthalle für internationale Stars.

Mittlerweile wurde der Komplex nicht nur in Kongresszentrum umbenannt, sondern erhielt auch bei groß angelegten Umbauarbeiten ein neues Gesicht, das nicht mehr an die Monumentalbauweise der kommunistischen Ära erinnern soll. Den monumentalen Charakter hat das Gebäude dennoch nicht verloren. Die Vertreter von IWF und Weltbank treffen sich in zwei großen Sitzungssälen mit 2837 beziehungsweise 1034 Plätzen und haben die Möglichkeit, sich in 40 Salons mit Plätzen für zwölf bis 800 Konferenzteilnehmer zurückzuziehen.

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