Wirtschaft : Eurocard zürnt dem Handel

Euro Kartensysteme: Zu wenig Läden akzeptieren die Karte

FRANKFURT (MAIN)(ro).Mit einem neuen Unternehmen im Rücken soll die Kreditkarte Eurocard noch weiter verbreitet und ihre Einsatzmöglichkeiten ausgeweitet werden.Die neue Euro Kartensysteme Eurocard in Frankfurt will dem in Deutschland schon heute am stärksten genutzten Plastikkärtchen mit einem neuen Marketing frischen Wind verleihen.Denn im internationalen Vergleich liegt die Eurocard nach Angaben von Geschäftsführer Jan Hendrikx immer noch deutlich zurück.Nur 3,3 Prozent der Umsätze im deutschen Einzelhandel werden mit der Kreditkarte gezahlt. Hendrikx will das neue Unternehmen deshalb noch viel stärker als bisher auf Verbraucherorientierung trimmen.Dazu gehöre auch, noch mehr Händler für die Eurocard zu gewinnen.Bis zum Jahr 2000 will Hendrikx die Zahl der Akzeptanzstellen in Deutschland von derzeit 320 000 auf 400 000 erhöhen.In Frankreich und Spanien etwa sind es heute schon jeweils über 600 000.Allerdings spielt dort die ec-Karte nicht die Rolle wie in Deutschland.Auch die eurocheque-Karte wird im übrigen jetzt von dem neuen Unternehmen betreut.Die Einsatzmöglichkeiten der ec-Karte sollen ebenfalls ausgeweitet werden.Ab 1998 soll sie weltweit für das bargeldlose Bezahlen genutzt werden können. Getragen wird Euro Kartensysteme von der deutschen Kreditwirtschaft.Jeweils 40 Prozent der Anteile halten Sparkassen und die Privatbanken, 20 Prozent liegen bei den Genossenschaftsbanken.Euro Kartensysteme ist die Nachfolgegesellschaft der alten GZS, Gesellschaft für Zahlungssysteme.Die Ausgabe der Eurocards ist allerdings weiter Angelegenheit der jeweiligen Bank oder Sparkasse.In den Wettbewerb der Institute werde das neue Unternehmen deshalb nicht eingreifen, betont Hendrikx. Unabhängig von dem neuen Unternehmen ist die Zahl der Eurocards in Deutschland im ersten Halbjahr weiter gestiegen.Ende Juni waren 7,7 Mill.Eurocards in Umlauf, das waren 7,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.Damit hat die Eurocard einen Marktanteil von 56 Prozent.Bei 89,6 Mill.Transaktionen wurden dabei 15,5 Mrd.DM (plus 6,3 Prozent) umgesetzt, davon 8,6 Mrd.DM in Deutschland (plus 2,5 Prozent).Pro Transaktion lag der Umsatz bei 171 DM.

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