Wirtschaft : Europäische Fluglinien schmieden neue Bündnisse

PARIS / BRÜSSEL / ZÜRICH . Die großen Fluggesellschaften Frankreichs, Belgiens und der Schweiz sind neue Partnerschaften mit US-Fluggesellschaften eingegangen, um den weltweiten Bündnissen um die Lufthansa und British Airways Paroli bieten zu können. Die Air France schloß mit Delta Air Lines ein Kooperationsabkommen, das den Grundstein für eine weltweite Allianz bilden soll. Die belgische Sabena und die Swissair, die bereits mit Delta kooperieren und Kandidaten für den Beitritt zum neuen Bündnis sind, vereinbarten zusätzlich ein Code-Sharing-Abkommen mit American Airlines.

Delta Air Lines und Air France teilten am Dienstag in Paris mit, ihr Verbund sei für andere interessierte Fluggesellschaften offen und werde sich bis zum Ende des Jahres als "starke weltweite Allianz" präsentieren. Damit tritt das noch namenlose Bündnis gegen die Star Alliance um die Deutsche Lufthansa und United Airlines sowie gegen das Bündnis Oneworld um American Airlines und British Airways an. Air France und Delta wollen sowohl beim Passagierverkehr als auch im Frachtbereich zusammenarbeiten, um die Kosten zu senken und den Service zu verbessern. "Das ist der erste Pfeiler in den USA und in Europa für einen globalen Verbund mit anderen Fluggesellschaften", sagte der Air-France-Chef Jean-Cyril Spinetta. Alle Partner von Air France und Delta würden in die Allianz einbezogen. Mitmachen könnten "aber auch alle anderen, die sich für das Projekt interessieren."

Delta Air Lines erklärte, ihre europäischen Partnerschaften mit Swissair, Sabena und der österreichischen Austrian Airlines spielten bei der Kooperation mit Air France eine wichtige Rolle. Die Swissair und die belgische Sabena teilten gleichzeitig mit, sie hätten ein Kooperationsabkommen mit American Airlines abgeschlossen, wollten ihre Code-Sharing-Abkommen mit Delta jedoch weiterführen. Swissair und Sabena wollen im Rahmen ihrer neuen Allianz mit American Airlines Direktflüge von Zürich und Brüssel aus nach Chicago, Boston und Miami anbieten. "Im liberalisierten Flugverkehr muß jede Airline alle Chancen ausschöpfen", sagte der Swissair-Chef Philippe Bruggisser. Air France ist die Nummer drei in Europa hinter British Airways und Lufthansa, und fliegt 174 Orte in 85 Ländern an. Delta Air Lines ist in den USA die Nummer drei nach United Airlines und American Airlines.

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