Wirtschaft : Evonik bleibt auf Börsenkurs Chemiekonzern legt bei Umsatz und Ergebnis zu

Düsseldorf - Zweistellige Zuwachsraten beim Umsatz und Rekordwerte beim operativen Gewinn geben dem Chemiekonzern Evonik Rückenwind für einen möglichen Börsengang noch im laufenden Jahr. Seine erst im Mai angehobene Jahresprognose bekräftigte der Essener Konzern. Nur beim Nettoergebnis musste Evonik im abgelaufenen Quartal Federn lassen.

„Unser Chemiegeschäft brummt“, bilanzierte Konzernchef Klaus Engel am Mittwoch. Im zweiten Quartal kletterte der Umsatz um 13 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Der operative Ertrag (Ebit) verbesserte sich um 16 Prozent auf 560 Millionen Euro. Der Konzerngewinn schrumpfte indes auf 94 Millionen Euro. Hintergrund ist hier unter anderem der Verkauf der Mehrheit an den Versorger Steag. Die Tochter hatte im Vorjahr einen Ergebnisbeitrag geleistet. Nun belasteten auch Einmalaufwendungen für die Steag das Ergebnis. 2011 will der Konzernchef den Umsatz weiter „deutlich“ steigern, beim operativen Ergebnis erwartet er eine „spürbare Verbesserung“ gegenüber dem Vorjahr. 2010 hatte Evonik bei einem Umsatz von 13,3 Milliarden Euro ein Ebit von 1,6 Milliarden Euro erzielt.

Im Herbst soll die Entscheidung fallen, ob Evonik an die Börse geht. Der Mehrheitseigner RAG-Stiftung hatte im April erklärt, ein Sprung auf das Börsenparkett sei noch im laufenden Jahr möglich. Ein Hintertürchen hatte sich die Stiftung aber offen gelassen: Der Börsengang stehe unter dem Vorbehalt, dass er bei einer möglichen Eintrübung der Konjunktur „jederzeit angehalten“ werden könne. Die RAG-Stiftung hält knapp 75 Prozent an dem Essener Konzern. Die übrigen Evonik-Anteile besitzt der Finanzinvestor CVC.

Der Spezialchemiekonzern Evonik ist mit mehr als 34 000 Mitarbeitern in über 100 Ländern der Welt aktiv. rtr

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