Wirtschaft : Ex-Siemens-Manager stellt sich den Behörden Mattes soll in Korruptionsaffäre verwickelt sein

Mattes soll in Korruptionsaffäre verwickelt sein

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Mattes soll in Korruptionsaffäre verwickelt sein Berlin – In den Ermittlungen um schwarze Kassen bei Siemens hat sich offenbar ein früherer Siemens-Manager den Behörden gestellt. Seit etwa zwei Wochen hatte die Münchner Staatsanwaltschaft per Haftbefehl nach Andy Mattes gesucht. „Der Haftbefehl ist außer Vollzug gesetzt“, sagte sein Münchner Anwalt Ulrich Wastl dem Tagesspiegel am Mittwoch. Zu weiteren Einzelheiten wollte Wastl sich nicht äußern.

Andy Mattes war seit 1985 in verschiedenen Positionen bei Siemens beschäftigt. 2001 stieg er in den Bereichsvorstand der Siemens-Netzwerksparte ICN auf, die später in der Telekommunikationssparte Com aufging. Er verantwortete dort das Firmenkundengeschäft. Im März 2004 wurde Mattes auch Chef von Siemens Communications in den USA. Dann verließ Mattes Siemens und wechselte im Januar 2006 zum US-Computerhersteller HP.

Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit den Verbleib von mehr als 200 Millionen Euro. Zwölf ehemalige und aktive Mitarbeiter von Siemens Com werden beschuldigt, ein weit verzweigtes System schwarzer Kassen unterhalten zu haben. Sechs Personen sitzen in Untersuchungshaft. Ermittelt wird unter anderem auch in der Schweiz, in Österreich und in Italien.

Nach einem Bericht von „Spiegel online“ hat sich Mattes am Mittwochmorgen den Münchner Behörden gestellt. Die Ermittler interessierten sich demnach vor allem dafür, ob und was Mattes über das System von Briefkastenfirmen in Österreich, den USA und auf den britischen Virgin Islands wusste. Dem Bericht zufolge wurde Mattes den ganzen Tag über von Beamten des Landeskriminalamts und der Staatsanwaltschaft München vernommen.

Mattes wird demnach unter anderem zur Last gelegt, am 16. Dezember 2002 zusammen mit einem weiteren Bereichsvorstand für zwei seiner Mitarbeiter eine auf neutralem Papier und ohne Siemens- Logo verfasste Vollmacht unterzeichnet zu haben. Damit und mit Hilfe eines Treuhänders aus Lugano sollen diese das Netzwerk aus Briefkastenfirmen aufgebaut haben. Mattes’ Münchner Anwalt wollte zu dem Bericht keine Stellung nehmen. vis

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