Wirtschaft : Expansion belastet Vodafone

fmd

Nach zahlreichen Zukäufen im Ausland bekommt Vodafone die Folgen seiner Expansionsstrategie zu spüren: Der weltgrößte Mobilfunkkonzern hat in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen Bruttoverlust von umgerechnet knapp 27 Milliarden Mark eingefahren. Maßgeblich dazu beigetragen haben Abschreibungen auf Beteiligungen wie etwa auf die deutsche Festnetztochter Arcor. Ohne die hohen Belastungen zeigte sich Vodafone trotz der schwierigen Marktlage weiter auf Wachstumskurs. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) stieg im ersten Halbjahr um 46 Prozent auf 4,8 Milliarden Pfund. Vodafone übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Der Umsatz des Konzerns erhöhte sich um 33 Prozent auf 13,5 Milliarden Pfund.

Dass das Unternehmen recht gut dasteht, zeigt nach Ansicht von Analysten auch die Relation zwischen Schulden und Börsenkapitalisierung. Die Nettoverbindlichkeiten von 9,2 Milliarden Pfund machen lediglich neun Prozent der gegenwärtigen Börsenkapitalisierung aus. Im Gegensatz zu anderen Telekom-Konzern konnte Vodafone sein erstklassiges Schulden-Rating bewahren. "In allen Bereichen hat Vodafone unsere Erwartungen leicht übertroffen", teilte Merrill Lynch mit. Für die Investmentbank bleibt Vodafone wegen der guten Wachstumssaussichten der attraktivste Telekom-Wert in Europa.

Der britische Konzern hat seit März 2001 die Zahl seiner Kunden weltweit um 15 Prozent auf 95,6 Millionen erhöht. Vodafone hält ein Wachstum von zehn Prozent für 2002 für möglich. Der in 28 Ländern aktive Mobilfunkkonzern hatte zuletzt unter anderem seine Anteile an Mobilfunkgesellschaften in Spanien und Japan aufgestockt. Mit einem erhöhten Umsatz pro Kunde rechnet Vodafone-Chef Chris Gent dagegen erst im Geschäftsjahr 2002/03. Da Dienste für den neuen Mobilfunkstandard UMTS, mit dem das mobile Internet schneller und vielfältiger werden soll, erst im zweiten Halbjahr 2002 auf den Markt kommen sollen, werde der Umsatz erst dann steigen.

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