Wirtschaft : Extraprämie für die VW-Mitarbeiter

86 000 Beschäftigte in Westdeutschland bekommen 3700 Euro / Bei Porsche gibt es 5200 Euro

Alfons Frese

Berlin – Das vergangene Jahr hat sich für die VW-Beschäftigten in Westdeutschland gelohnt. Die 86 000 Mitarbeiter, die nach Haustarif bezahlt werden, bekommen eine Erfolgsbeteiligung von jeweils 3700 Euro. So viel gab es noch nie. Damit landet ein Teil des Rekordgewinns von 4,1 Milliarden Euro nach Steuern in den Taschen der Beschäftigten. Doch auch die Aktionäre profitieren. Sie bekommen eine Dividende von 1,80 Euro je Stamm- und 1,86 Euro je Vorzugsaktie; im Vorjahr waren je Anteilsschein 55 Cent weniger ausgeschüttet worden. Am kommenden Donnerstag wird Vorstandschef Martin Winterkorn auf der Jahrespressekonferenz detaillierter zur Entstehung und Verwendung des Gewinns sowie zu den Geschäftsaussichten im laufenden Jahr Stellung nehmen.

Mit der Erfolgsprämie von 3700 Euro (Vorjahr: 2710 Euro) liegt VW zwar auf einem Rekordniveau. Doch bei Daimler bekamen die Beschäftigten 3750 Euro. Und bei Porsche gab es sogar 5200 Euro. BMW hat sich noch nicht festgelegt, doch bisherige Äußerungen deuten darauf hin, dass es eine Erfolgsprämie in Vorjahreshöhe gibt, das waren 1,5 Monatsgehälter pro Kopf.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung erläuterten VW-Personalvorstand Horst Neumann und Betriebsratschef Bernd Osterloh die Erfolgsbeteiligung. Grundlage ist der Haustarifvertrag aus dem Jahr 2006, der nur für die Beschäftigten der sechs westdeutschen VW-Werke (Wolfsburg, Emden, Hannover, Salzgitter, Kassel, Braunschweig) gilt. Die Mitarbeiter im Osten (Mosel, Chemnitz und Dresden) werden nach dem dort geltenden Flächentarif bezahlt.

„Wer sich engagiert und gute Arbeit liefert, muss dafür belohnt werden“, erklärte Personalchef Neumann. Die „Mannschaft“ habe mit Hochdruck daran gearbeitet, „unseren Kunden erstklassige Fahrzeuge und Dienstleistungen zu liefern“. Darüber hinaus hätten die Beschäftigten Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität des Unternehmens mit herbeigeführt, „indem sie ohne Lohnausgleich zu normalen Arbeitszeiten zurückgekehrt sind“. Nach einer heftigen Auseinandersetzung hatte die IG Metall vor zwei Jahren der Verlängerung der Arbeitszeit und damit quasi dem Ende der Vier-Tage-Woche zugestimmt.

Betriebsrat Osterloh nutzte die Gelegenheit, die Vorteile des damals geschlossenen Tarifvertrags zu betonen. Die Arbeitsplätze seien dadurch langfristig gesichert, der Vorstand habe Investitions- und Produktzusagen für die einzelnen Standorte gegeben und schließlich „bekommt die Belegschaft einen deutlichen Anteil am gemeinsam erarbeiteten wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens“.

Vor Steuern hatte der Konzern 2007 einen Gewinn von 6,5 Milliarden Euro erreicht und damit das selbstgesteckte Ziel von 5,1 Milliarden Euro deutlich übertroffen. Der Konzernumsatz erhöhte sich um knapp vier Prozent auf 109 Milliarden Euro. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge stieg um acht Prozent auf 6,2 Millionen. Zum VW-Konzern gehören die Marken VW, Audi, Seat, Skoda, Bentley, Bugatti und Lamborghini sowie die VW-Nutzfahrzeuge. Dazu kommt seit neuestem auch der schwedische Lkw-Hersteller Scania.

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