Fahrzeugbranche : EU-Autobauer rufen nach Staatshilfe

Was in den USA geplant ist, fordert nun auch die europäische Automobilindustrie: Ein milliardenschweres Kreditprogramm zur Entwicklung sparsamer Fahrzeuge. Zur Begründung verweisen die Hersteller auf die derzeitige Kaufzurückhaltung der Verbraucher.

Autos
Mitarbeiter in der Fahrzeugproduktion. -Foto: dpa

BrüsselEin neuer Ruf nach Staatshilfe: Die europäische Autoindustrie bittet die EU angesichts der andauernden Finanzkrise um ein milliardenschweres Hilfspaket. Die Politik müsse eine Reihe von Maßnahmen prüfen, hieß es in einer Erklärung des Hersteller-Verbandes ACEA am Montag in Brüssel. Es gehe um ein niedrig verzinstes Kreditpaket über 40 Milliarden Euro zur Entwicklung sparsamerer Fahrzeuge sowie Anreize für Kunden, älter als acht Jahre alte Autos auszutauschen. Details des Hilfspakets sollten in den kommenden Wochen ausgearbeitet werden. Die Anreize könnten nach Einschätzung der Industrie 36 Monate gelten. Der Aufruf habe noch keinen bestimmten Adressaten, sagte eine Verbandssprecherin. "Wir wollen diese Debatte anstoßen", fügte sie hinzu. "Die Lage ist ernst."

Ein Sprecher der EU-Kommission wollte die Forderungen nicht kommentieren. Die europäische Autobranche sieht sich durch ein 25 Milliarden Dollar (gut 18,4 Milliarden Euro) schweres US-Kreditprogramm benachteiligt, mit dem die Entwicklung umweltfreundlicherer Autos durch amerikanische Hersteller unterstützt werden soll. Die Umsetzung des US-Programms kann allerdings noch Monate auf sich wartenlassen.

Verbraucher halten sich zurück

Der ACEA wies auch darauf hin, dass die Klimaziele der EU "realistischer" würden, erhalte die Autobranche zur Entwicklung umweltschonenderer Technologien Unterstützung. Die Europäische Union will unter anderem bis zum Jahr 2020 den Ausstoß klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) um 20 Prozent senken. Gleichzeitig soll der Anteil an erneuerbaren Energien am Kraftstoffmix auf zehn Prozent steigen. Die Branche sehe sich "immer zurückhaltenderen Verbrauchern gegenüber". Die Politik müsse das Vertrauen wiederherstellen, die Wirtschaft ankurbeln und Wege aus der Finanzkrise aufzeigen.

Fiat-Chef Sergio Marchionne hatte einen 40-Milliarden-Kredit bereits in einem Interview mit der "Financial Times" ins Gespräch gebracht. Es müsse "eine ähnliche Lösung wie in den USA geben". "Wir brauchen gleiche Voraussetzungen für alle." (ck/dpa)

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