Fahrzeugtechnik : Wasserstoff soll Autos sauber machen

Acht Unternehmen unterzeichneten am Donnerstag ein Abkommen über den Ausbau einer flächendeckenden Infrastruktur für Wasserstofffahrzeuge in Deutschland.

Berlin - Antriebe der Zukunft führen nicht automatisch zu vorbildlichem Verhalten im Straßenverkehr. Daimler-Chef Dieter Zetsche vergaß das Blinken, als er in Berlin mit einen Brennstoffzellen- Mercedes um die Ecke bog, und der Fahrer eines Wasserstoff-BMW raste sogar in zweiter Reihe durch eine tiefrote Ampel, um Anschluss zu halten. Der Auftrieb hatte einen Grund. Acht Unternehmen – neben Daimler unter anderem Linde, Shell und Vattenfall – unterzeichneten am Donnerstag ein Abkommen über den Ausbau einer flächendeckenden Infrastruktur für Wasserstofffahrzeuge in Deutschland.

Bis Ende 2011 soll die Zahl der Wasserstofftankstellen deutlich steigen, damit die für 2015 von mehreren Herstellern angekündigte Serienproduktion einen Sinn macht. Derzeit gibt es nur 30 solche Tankstellen in Deutschland. Die Mercedes-B-Klasse, mit der Zetsche durch Berlin kurvte, soll noch vor Jahresende in einer Kleinserie produziert werden. Die Brennstoffzelle wandelt Wasserstoff in elektrische Energie um – aus dem Auspuff kommt nur noch Wasserdampf.

Von einem historischen Moment, einer Zeitenwende, einer weltweit einmaligen Allianz sprach Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) bei der Unterzeichnung des Abkommens. „Es ist nur ein kleines Papier, aber ein großer Schritt“, sagte er – und sparte sich gerade noch das Mondlandungszitat „für die Menschheit“. Linde-Vorstandschef Wolfgang Reitzle sagte, sein Unternehmen sehe sich als Vorreiter – es ist der weltgrößte Wasserstoffanlagenbauer der Welt und vertreibt Wasserstoff seit fast 100 Jahren. Vattenfall-Vorstand Udo Bekker kündigte den Bau von Europas größter Wasserstofftankstelle für Hamburg an. Die Arbeiten sollten noch in diesem Jahr beginnen.

Daimler hatte am Vortag bereits mitgeteilt, dass man bei der Entwicklung des Brennstoffzellenantriebs mit einer Reihe anderer großer Hersteller zusammenarbeite: Ford, General Motors und Opel, Honda, Hyundai, Kia, Renault und Nissan sowie Toyota. mod

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