Wirtschaft : Falsch verbunden

Millionen von Singles suchen einen Partner im Netz. Die wenigsten Anbieter sind jedoch gut

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Paartanz geht nicht alleine. Sieben Millionen Singles sind jeden Monat im Netz auf der Suche nach einem Partner. Foto: ddp
Paartanz geht nicht alleine. Sieben Millionen Singles sind jeden Monat im Netz auf der Suche nach einem Partner. Foto: ddpFoto: ddp

Glück ist reine Wissenschaft. Das jedenfalls verspricht Elitepartner, eine der großen Partnervermittlungen im Netz, auf seiner Seite. Auch das Portal be2 will ein wissenschaftliches Verfahren entdeckt haben, das prüfen kann, ob zwei Personen zueinander passen.

Ob das wirklich klappt, hat die Stiftung Warentest versucht herauszufinden. Ihre Tester prüften acht Singlebörsen im Netz, darunter eine kostenlose und eine für Ältere sowie sechs Partnervermittlungen. Dabei testeten sie zum Beispiel Angebote, Suchmöglichkeiten, AGBs und Vertragsabwicklung. Singlebörsen richten sich eher an Leute zwischen 25 und 45 Jahren, es geht ums Flirten und Spaßhaben. Die Partnervermittlungen sind eher für diejenigen geeignet, die dauerhafte Partnerschaften suchen.

Das ernüchternde Ergebnis vorab: Den Traumpartner hat keiner der 14 Tester gefunden. Testsieger war die Partnervermittlung Parship. Sie ist nach Meinung der Branchenseite singleboersen-vergleich.de der größte Anbieter bei den Online-Partnervermittlungen. Die Warentester fanden die Vermittlung ernsthaft, solide und übersichtlich – allerdings ein wenig teuer.

Die anderen Datingportale waren bestenfalls „befriedigend“. Allerdings kommen die schlechten Noten in erster Linie wegen des freimütigen Umgangs mit Nutzerdaten und schlechten Geschäftsbedingungen zustande. E-Darling, Flirtcafé, Friendscout24, neu.de und partner.de haben unwirksame Datenschutzrichtlinien, etwa weil sich die Portale zu große Rechte an den Nutzerdaten einräumen. Oft werden die Daten auch nicht sorgfältig verschlüsselt. Bis auf Flirtcafé schützen zwar alle die Zahlungsdaten, die Anmeldedaten bleiben aber unverschlüsselt. So können Angreifer sie leicht abgreifen. Nur Elitepartner codierte zur Zufriedenheit der Tester.

Wichtig ist auch, sich die Geschäftsbedingungen genau anzuschauen. Über das Internet geschlossene Verträge können meist innerhalb von 14 Tagen widerrufen werden. Darauf müssen die Anbieter auch hinweisen. Bei Friendscout 24, Flirtcafé, flirt-fever und partnersuche.de gab es Mängel, deshalb kann der Nutzer seinen Vertrag jederzeit widerrufen. Generell fanden die Warentester bei vier Anbietern deutliche und bei zweien sogar sehr deutliche Mängel in den AGBs – etwa bei Kündigung und Rückzahlung. Sogar der Testsieger Parship fiel negativ auf: Kunden, die ihren Vertrag widerrufen wollten, mussten 120 Euro zahlen. Auf Drängen der Verbraucherzentrale Hamburg hat Parship dies eingestellt.

Wer noch nie das Netz für die Partnersuche genutzt hat, sollte nach Meinung der Tester zunächst die kostenlose Börse Finya ausprobieren. Am besten unter den Börsen schnitt Datingcafe.de ab. Die Börse ist günstig (für Frauen unter 45 Jahren kostenlos) und bietet viele Kontaktmöglichkeiten.

Immer wieder locken die Börsen auch Betrüger an. Sie versuchen etwa, Mitglieder auf teure, unseriöse Seiten zu locken. Bei der Börse Flirtcafé passierte das einem Tester ganze 14 Mal.

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