Wirtschaft : Fast die Hälfte der Kreditunternehmen schneidet bei der Stiftung Warentest nur "befriedigend" ab

Beim Online- oder Telefonbanking bereitet die Konto-Eröffnung laut Stiftung Warentest die meisten Probleme. In der am Dienstag erschienenen Januar-Ausgabe der Zeitschrift "Finanztest" bemängelte die Verbraucherorganisation unter anderem Verzögerungen etwa aufgrund technischer Schwierigkeiten und der Unkenntnis mancher Bankangestellten. Etliche Banken verlangten zudem das persönliche Erscheinen des Kunden in der Filiale, während andere Anbieter zur Legitimation auch den Gang in die nächste Postfiliale akzeptierten.

Insgesamt erhielten acht Banken laut Stiftung Warentest in punkto Kontoeröffnung, Kontoleistung sowie -führung das Qualitätsurteil "sehr gut"; sieben Institute bekamen ein "gut". Zehn weitere Banken, die vor allem mit der Kontoeröffnung Probleme hatten, schnitten demnach "befriedigend" ab.

Bei der Kontoführung zeigten die Kreditinstitute "Finanztest" zufolge gute bis sehr gute Ergebnisse. Unterschiede gab es demnach bei Leistungen wie etwa der Bestellung von EC- und Kreditkarten oder bei Wertpapiergeschäften. Nur etwa die Hälfte der 25 getesteten Institute biete dies online oder telefonisch an. Auch die Haftung bei Fehlern wird unterschiedlich geregelt. Bei einigen Banken muss der Kunde demnach für den bis zur Sperrung entstandenen Schaden aufkommen, egal ob er ihn verschuldet hat oder nicht. Auch das Gedächtnis des Kunden wird in Einzelfällen etwa durch eine "Geheimzahlinflation" auf die Probe gestellt.

Die Angst vor dem Missbrauch der vertraulich via Internet übermittelten Daten ist laut "Finanztest" in den allermeisten Fällen unbegründet. Vier Banken bieten demnach den höchsten Sicherheitsstandard HBCI. Aber auch geschlossene Netze wie T-Online hätten inzwischen einen hochentwickelten Sicherheitsstandard.

Finanztest kritisiert zudem die vermeintliche Kundenfreundlichkeit von Fondsgesellschaften. Die Steuerbescheinigungen, die die Gesellschaften ihren Kunden ausstellten seien oft unverständlich. Die Kunden würden dann zu zusätzlichen Ausgaben gezwungen, weil sie einen Steuerberater konsultieren müssten. Von 25 untersuchten Fondsgesellschaften erhielten lediglich zwei das Testurteil "gut". Neun Gesellschaften wurden mit "mangelhaft" bewertet. Die Untersuchung der Depotauszüge kam zu ähnlich schlechten Ergebnissen.

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