Fastfood-Kette : Hängepartie für Burger-King-Mitarbeiter

Der Antrag zur Insolvenz für 89 Filialen kam unerwartet, nun kritisiert die Gewerkschaft NGG nicht nur die Firma Yi-Ko als Betreiber, sondern auch Burger King. Die Leidtragenden des Streits seien die 3000 Mitarbeiter der betroffenen Filialen.

Angie Pohlers
Außer Betrieb. Die 89 Filialen des Franchisenehmers Yi-Ko werden nach geplatzten Verhandlungen mit Burger King wohl nicht so schnell wieder öffnen. 3000 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs.
Außer Betrieb. Die 89 Filialen des Franchisenehmers Yi-Ko werden nach geplatzten Verhandlungen mit Burger King wohl nicht so...Foto: dpa

Gerade gab es noch Hoffnung im Streit zwischen Burger King und seinem Franchisenehmer Yi-Ko. Doch nun müssen die 3000 Mitarbeiter der betroffenen Filialen den nächsten Schreck verkraften: Nachdem der Filialbetreiber Yi-Ko überraschend am Mittwoch einen Insolvenzantrag gestellt hat, scheint eine zügige Wiedereröffnung der betroffenen Standorte außer Reichweite.

Burger King hatte seinem ehemals größten deutschen Franchisenehmer vor drei Wochen fristlos gekündigt, woraufhin Yi-Ko seine 89 Filialen schließen musste. Einen ursprünglich für Montag angesetzten Gerichtstermin haben beide Parteien dann aber kurzfristig abgesagt, weil sie Gespräche aufgenommen hatten. Doch die ergaben offenbar nicht die gewünschten Ergebnisse.

Insolvenzverwalter soll Lösungen finden

Laut Burger King ging es in erster Linie um Strukturveränderungen in der Geschäftsführung von Yi-Ko. Der ursprüngliche Chef, Ergün Yildiz, ist wegen seiner harten Sparmaßnahmen und Personalpolitik umstritten. Vor allem seinetwegen soll Burger King dem Filialbetreiber gekündigt haben. Statt Yildiz hatte jüngst der russische Geschäftsmann Alexander Kolobov die Leitung bei Yi-Ko übernommen.

Es sei in der kurzen Zeit nicht möglich gewesen, „die potenziellen Risiken in der ehemaligen Yi-Ko abzuschätzen“, teilte Burger King mit. Mit dem Insolvenzverwalter wolle man jetzt nach einer Lösung suchen, um die Filialen schnell wieder zu öffnen. Zumindest die Gehälter und Löhne seien im Insolvenzverfahren weiter gesichert. „Jetzt ist der Weg frei für einen kompletten Neuanfang“, hieß es.

"Irgendjemand spielt mit falschen Karten"

Weniger euphorisch ist die Stimmung bei der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). „Für die Beschäftigten ist das ein großer Schock“, sagte NGG-Sprecherin Karin Vladimirov. Es sei nicht nachvollziehbar, warum die Gespräche so unerwartet geplatzt seien. „Irgendjemand spielt da mit falschen Karten.“ Nicht nur Yi-Ko habe Fehler gemacht, auch Burger King komme seiner Verantwortung nicht nach. Obwohl andere Investoren Interesse an den Filialen bekundet haben sollen, sei bislang nichts passiert.

Dabei sei es unwahrscheinlich, dass Burger King die Filialen, die einst an Yi-Ko verkauft wurden, künftig wieder selbst betreiben wird. „Das passt nicht zur globalen Franchise-Strategie“, sagte Vladimirov. Die NGG helfe den betroffenen Mitarbeitern nun, das Geld für die Gehälter und Löhne zu beantragen. Ob die Summen für den November noch vor Weihnachten ausgezahlt würden, sei aber fraglich.



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