Wirtschaft : Feldsalat

Das Blattgemüse ist nur halb so teuer wie vor einem Jahr

Nicole Heissmann

PREIS DER WOCHE

Viele Verbraucher denken noch mit Grausen an die hohen Gemüsepreise im Winter 2001/2002: Damals erfroren bei ungewöhnlich strengen Wintertemperaturen viele Freilandkulturen in Südfrankreich und Spanien. Das Angebot auf dem Gemüsemarkt wurde knapp und teuer – auch für Feldsalat mussten Traumpreise gezahlt werden. In dieser Wintersaison kann man die knackigen Blattrosetten aber wieder wesentlich günstiger kaufen als im Vorjahr: Durch das große Angebot, vor allem aus Frankreich, kosten sie nur noch etwa halb so viel wie im Januar 2002. Nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle in Bonn zahlt man im Großhandel für ein Kilo französischen Feldsalat 6,30 Euro gegenüber 11,78 Euro Anfang 2002, belgischer ist für 6,60 (14,27 Euro) zu haben, und die deutsche Ware kostet 7,10 Euro statt 13,03 Euro. Im Einzelhandel setzt sich die Preissenkung fort: Dort kosten 100 Gramm Feldsalat um einen Euro, im Vorjahr waren es dagegen noch zwei bis 2,50 Euro.

Eigentlich sollte der Frost dem Feldsalat – und damit seinem Preis – wenig anhaben können: Die robuste Pflanze hat im Winter Saison und verträgt kurzfristig sogar Temperaturen bis minus 15 Grad. Allerdings kann Feldsalat bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt nicht geerntet werden: Zieht man die gefrorenen Blätter aus dem Boden, fallen sie beim Auftauen zusammen und lassen sich nicht mehr verkaufen. Daher erreicht bei gefrorenem Boden das Angebot den Markt nicht, und die Preise steigen. Der jüngste Neujahrsfrost in Mitteleuropa verteuerte den Feldsalat jedoch kaum. Denn nur ein Bruchteil des Feldsalates wird in Deutschland und bei den belgischen Nachbarn im Gewächshaus erzeugt. Der Großteil kommt aus Freiland- und Folienanbau in Südfrankreich, wo weitgehend frostfreie Winter die Regel sind.

Erst wenn frostbedingt das Angebot aus dem sonnigen Süden ausfällt, können die deutschen und belgischen Gemüsebauern mit ihren relativ kleinen Mengen auf dem Markt punkten: Eine hohe Nachfrage bei geringem Angebot treibt dann die Preise hoch. Kommt frostiges Wetter auch in unseren Breiten hinzu, verteuert sich der Feldsalat weiter. Denn dann werden die Gewächshäuser geheizt, um jederzeit ernten zu können, und die Anbauer legen die Heizkosten auf den Preis um. Da man aber jetzt wieder günstigen Feldsalat bekommt, sollte er öfter auf dem Speisplan stehen. In seinen dunkelgrünen Blättern stecken viel mehr Provitamin A und Vitamin C als etwa in Kopfsalat oder Endivien. Außerdem enthält er reichlich Kalium, Calcium und Eisen. Foto: Ullstein/Zapf

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