Wirtschaft : Ferienbranche will einfacher kündigen

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Berlin - Die Tourismuswirtschaft unterstützt die Anregung von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU), den Kündigungsschutz nach dänischem Vorbild zu lockern. „Es darf nicht sein, dass es in Deutschland einfacher ist, eine Adoption rückgängig zu machen als eine Arbeitsverhältnis zu kündigen“, sagte Klaus Laepple, der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), am Montag auf dem Tourismusgipfel in Berlin. Der Vorschlag müsse daher „vorurteilsfrei diskutiert“ werden. In Dänemark gibt es fast keinen Kündigungsschutz, aber eine lange Absicherung bei Arbeitslosigkeit. Die SPD-Spitze und der Arbeitnehmerflügel der Union lehnen entsprechende Pläne ab.

Bei dem Spitzentreffen der Tourismusindustrie, zu dem gestern auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet wurde, mahnte der Verband ein schnelleres Reformtempo an. Die Tourismuswirtschaft habe ein großes Potenzial für Wachstum und die Schaffung neuer Arbeitsplätze, die Regierung müsse aber die Voraussetzungen dafür schaffen, sagte Verbandschef Laepple. In der Arbeitsmarktpolitik sei die Koalition von einer Lösung des Problems noch weit entfernt. Die Hürden für Arbeitssuchende und Unternehmen, die Arbeitskräfte suchen, seien noch zu hoch. Zudem fordert der Tourismusverband die Umsetzung der Unternehmensteuerreform. Die Steuerbelastung der Firmen sei im internationalen Vergleich noch immer recht hoch, sagte Laepple.

Der Kritik an zu starker Regulierung beim Flughafenausbau und -betrieb schloss sich Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber an. Es sei nicht denkbar, dass mit dem Berliner Großflughafen BBI ein „Halbtagsflughafen“ gebaut werde. Auch der Verband forderte „Betriebszeiten, die der Nachfrage entsprechen“. pet

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