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Fernseher-Hersteller : Übernahmespekulationen treiben Aktien von Loewe in die Höhe

Der TV-Hersteller Loewe hat an der Börse den höchsten Tagesgewinn seiner Unternehmensgeschichte erzielt. Ein Tech-Blog hatte berichtet, dass Apple Interesse an Loewe hat. Trotz Dementi scheint der Deal nicht ganz unsinnig.

Loewe hat viele seiner Geräte auf die Kombination mit Apple-Produkten abgestimmt.
Loewe hat viele seiner Geräte auf die Kombination mit Apple-Produkten abgestimmt.Foto: dapd

Übernahmespekulationen haben die Aktien des Fernseher-Herstellers Loewe am Montag kräftig angetrieben. Der iPhone-Konzern Apple hat einem Bericht der Internet-Seite “Apple Insider“ zufolge Interesse an dem fränkischen Unternehmen. Unter Berufung auf einen ungenannten Kenner der Pläne schreibt der Experten-Blog, die Amerikaner wollten rund 88 Millionen Euro für das Unternehmen auf den Tisch legen, das sich als Erfinder des Fernsehers sieht. Noch in der laufenden Woche solle eine Vorentscheidung fallen.

Die Firmenspitze ist allerdings nicht im Bilde. Dem Management lägen keine entsprechenden Informationen vor, sagte ein Firmensprecher am Montag. Die Loewe-Papiere kletterten um trotzdem um rund 25 Prozent. Loewe ist damit an der Börse aktuell etwa 73 Millionen Euro wert.

Die Oberfranken haben bereits seit längerem ihre Geräte mit der Apple-Welt vernetzt. So lassen sich etwa iPads oder iPhones der Amerikaner als Fernbedienung für Loewe-Fernseher nutzen. Zudem verkauft Apple in seinen deutschen Läden speziell auf seine Produkte ausgerichtete Lautsprecher des Traditionsherstellers.

Sollte Apple tatsächlich Interesse haben, müssten die Amerikaner eine Reihe von Großaktionären überzeugen. Der japanische Elektronikkonzern Sharp hält knapp 29 Prozent an Loewe, das französische IT-Unternehmen LaCie gut elf Prozent und das Management um Aufsichtsratschef Rainer Hecker 14 Prozent.

Für Apple wäre Loewe ein Schnäppchen. Rund 100 Milliarden Dollar hält der Konzern in seiner Kasse. Im internationalen Vergleich ist Loewe als größter deutscher TV-Hersteller ein kleiner Fisch. Die Oberfranken hatten zuletzt mit Umsatzrückgängen und Verlusten zu kämpfen.

Dominiert wird das Geschäft von den koreanischen Elektroriesen Samsung und LG, die allein in Deutschland auf einen Marktanteil von knapp 50 Prozent kommen.

DZ-Bank-Analyst Thomas Maul bezeichnete die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme von Loewe durch Apple als sehr gering. Grundsätzlich sei die Nobelmarke für den IT-Giganten interessant, da er angeblich eigene Fernseher auf den Markt bringen will. Allerdings sei die deutsche Firma zu klein und zu stark auf den europäischen Markt fokussiert. (Reuters)

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