Wirtschaft : Fernsteuerung für die Markise

Wie Hightech den Balkon vor Wasser und Sonne schützt

Dennis Kremer

Michael Henke weiß, wie es im Untergrund zugeht. Der Redakteur der Fachzeitschrift „Fliesen und Platten“ geht mit seinen Artikeln gegen einen weitverbreiteten Irrtum an. „Welche Fliesen man auf seinem Balkon verlegt, ist gar nicht so entscheidend“, sagt er. Viel wichtiger sei, dass die Unterkonstruktion des Balkons sich in vernünftigem Zustand befinde. „Abdichtung und Drainage müssen stimmen, damit der Balkon auch große Regengüsse aushalten kann“, weiß der Fliesenexperte.

Damit die wichtigste Außenfläche einer jeden Wohnung auch schlechtes Wetter problemlos übersteht, empfiehlt Henke den Einbau eines so genannten Balkonkonstruktionssystems. In diesem Bereich hat sich vor allem die Firma „Schlüter Systems“ einen Namen gemacht: Ihre Produkte lassen mit Hilfe von Entwässerungslöchern das Regenwasser optimal abfließen. In Fliesenzentren und bei Fachhändlern sind sie zu Preisen ab 13,05 Euro pro Quadratmeter erhältlich.

Völlig unwichtig ist der Belag aber nicht. „Selbst die beste Unterkonstruktion ist nutzlos, wenn die falschen Fliesen verlegt wurden“, sagt Michael Henke. Der Fliesenfachmann rät Heimwerkern, Platten aus Grobkeramik oder Feinsteinzeug für ihre Balkone zu verwenden. Diese sind trocken gepresst und dadurch wasserabweisend. „Auf keinen Fall sollten die Fliesen glasiert sein. Solche Platten halten bei schlechter Witterung nicht lange.“ Zwischen fünf und 250 Euro pro Quadratmeter Fläche kann der Kunde in Baumärkten für Fliesen ausgeben.

Auch wenn der Balkon fit gegen Regen und Schnee sein muss – der Balkonien-Urlauber will dort in der Regel das schöne Wetter genießen. Aber kaum einer hat Lust, in der vollen Sonne zu brutzeln: Markisen und Sonnenschirme erfreuen sich daher jetzt im Frühjahr einer hohen Nachfrage.

Vor allem bei Markisen geht der Trend immer mehr in Richtung Hightech. „Der Bedienkomfort ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen“, sagt Ulrich Steiger vom europäischen Marktführer Warema. Elektrische Fernsteuerungen, mit denen sich die Markise ein- oder ausfahren lässt, gehören mittlerweile zum Standard. In die Warema-Produkte kann sich der Kunde zusätzlich einen Wind- und Sonnensensor einbauen lassen: Ab einer bestimmten Windstärke fährt sich die Markise automatisch ein, ab einer bestimmten Sonnenintensität dagegen aus. Billig ist der Hightech-Sonnenschutz nicht: Zwischen 1000 und 9000 Euro muss der Käufer dafür bezahlen. Für Kunden, die weniger ausgeben wollen, hält der Heimwerkermarkt Obi zurzeit ein Angebot bereit: 178 Euro kostet dort die billigste Markise.

Doch die kostengünstigste Alternative zur Markise ist immer noch ein Sonnenschirm: Beim Versandhaus Otto gibt es das wasserabweisende Modell „Severin“ schon zum Preis von 29,99 Euro. Wer luxuriöse Varianten bevorzugt, muss dagegen sehr viel tiefer in die Tasche greifen: Die Edel-Schirme der Caravita GmbH kosten zum Beispiel mehrere hundert Euro. Dafür kann der Kunde sich beim Fachhändler aus über hundert Stoffarten und Farbkombinationen das gewünschte Modell zusammenstellen. Zusätzlich bietet der Hersteller seinen Kunden eine fünfjährige Garantie auf seine Produkte.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben