Fernverkehrsoffensive bei der Deutschen Bahn : Schnellzüge sollen bald auch in Chemnitz und Potsdam halten

Mit einem Ausbau des Fernverkehrsnetzes und mehr Busverbindungen will die Bahn im Wettbewerb mit den Fernbusanbietern Strecke machen.

Thomas Walbröhl
Ein Zug fährt durch den Kölner Hauptbahnhof.
Auch jenseits der Großstädte wie Berlin, Hamburg oder Köln sollen Intercitys künftig Station machen.Foto: Marius Becker/dpa

Die deutsche Bahn will mehr Kunden zum Einsteigen bewegen. Vor allem mit schnelleren, aber auch mit zusätzlichen Verbindungen soll das gelingen. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in Berlin mit. Mehr als 20 Orte sollen demnach neu ins Fernverkehrsnetz aufgenommen werden. Unter anderem sollen die Schnellzüge bald in Chemnitz, Fürth, Heilbronn, Mönchengladbach, Potsdam, Siegen und Tübingen Halt machen. Damit sollen fünf Millionen Reisende mehr Zugang zum DB-Fernverkehr bekommen, hieß es. Weitere Städte sollen besser angebunden werden. Bis 2030 sollen zudem die alten Intercitys durch neue Doppelstock-Züge abgelöst werden. Auch bei den ICEs erweitert die Bahn das Angebot: Auf wichtigen Strecken sollen sie bald zweimal stündlich fahren.

Investitionen für Schiene und Straße

In den nächsten 15 Jahren will die Bahn insgesamt zwölf Milliarden Euro in den Ausbau des Fernverkehrs investieren. Bis 2030 sollen so 50 Millionen zusätzliche Reisende pro Jahr gewonnen werden. Dazu sollen auch günstigere Sparpreise und Bahncards mit kürzerer Abo-Laufzeit von drei Monaten beitragen. Auch die Zeit im Zug soll attraktiver werden mit besseren und teilweise kostenlosen Mobilfunk- und Internetverbindungen oder kostenlosen Platzreservierungen in der zweiten Klasse. Die Bahn kämpft so gegen die wachsende Konkurrenz durch Fernbusse, an die sie zuletzt Kunden verlor. Zuletzt hat die DB AG angekündigt, die eigenen Bus-Töchter IC Bus und Berlinlinienbus.de zu einer Marke zu verschmelzen und die Zahl der Bus-Verbindungen bis Ende 2016 zu vervierfachen.

Auch einige Langzeit-Baustellen will die Bahn dieses Jahr fertigstellen und so den Schienenverkehr wieder beschleunigen. Schon zum Jahresende soll zum Beispiel die Fahrt von Frankfurt am Main nach Dresden eine Stunde kürzer sein, ab dem Jahr 2018 soll es weitere Beschleunigungen geben.

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