Anlagen : Geld sammeln

Tages- und Festgeld bringt mehr als fünf Prozent. Zinsvergleiche zahlen sich aus. Für Bestandskunden lohnt sich unter Umständen der Wechsel zur Konkurrenz.

Henrik Mortsiefer
Geld
Wie die Profis. Auch Vermögensverwalter haben aktuell hohe Kassenbestände. -Foto: ddp

Achterbahnfahrten sind nichts für schwache Nerven. Wer mit seinen Ersparnissen ohne permanenten Stresstest durch das Rezessionsjahr 2009 kommen will, sollte sich deshalb vorerst entspanntere Anlageformen als Aktien suchen. Selbst viele professionelle Vermögensverwalter haben derzeit viel Geld in der Tageskasse, um es für spätere Investments an der Börse trocken zu halten.

Doch auch bei Tages- und Festgeldkonten – den am besten geeigneten Parkplätzen für Geld – sind die Zeiten stetig steigender Zinsen vorbei. Die Wende kam schon im Spätsommer 2008, als die Notenbanken mit den Leitzinsen Schritt für Schritt nach unten gingen. Seitdem geht es auch mit den Sparzinsen bergab. So haben mehrere Anbieter den Zins für Festgeld zuletzt um 1,0 Prozentpunkte vermindert. Beim Tagesgeld gab es sogar eine Senkung um 1,5 Prozentpunkte.

„Wer jetzt Geld anlegen will, sollte nicht auf bessere Zeiten warten“, rät Max Herbst von der FMH Finanzberatung. „Es ist logisch, dass die Zinsen weiter sinken werden.“ Sein Rat: Tagesgeldkonten mit Zinsgarantie oder Festgeldkonten mit einer Laufzeit von maximal zwölf Monaten. „Ein Jahr ist die längste Laufzeit, die ich aktuell empfehle.“ Damit sei man auch bei überraschenden Ereignissen noch flexibel genug – etwa, wenn die Inflation unerwartet stark steige.

Viele Banken haben in den vergangenen Wochen die Zinsen für Tagesgeld gesenkt. Für Bestandskunden lohnt sich deshalb unter Umständen der Wechsel zur Konkurrenz. Ein Rechenbeispiel: Die ING-Diba hat am 1. Januar den Tagesgeldzins auf 3,0 Prozent pro Jahr gesenkt. Wechselt ein Kunde mit 30 000 Euro etwa zur GE Money Bank, die 5,5 Prozent pro Jahr bietet und bis zum 30. April 2009 garantiert, hat er nach vier Monaten knapp 250 Euro mehr in der Tasche. Kontowechsel und -führung sind kostenlos.

Auf drei Kriterien sollten Wechsler achten, rät Max Herbst: eine möglichst lange Zinsgarantie, kurze Festgeldlaufzeiten und keine Koppelgeschäfte, bei denen ein hoher Zins nur gezahlt wird, wenn zum Beispiel gleichzeitig Wertpapiere übertragen und ein Depot eröffnet werden. Letzteres ist etwa bei Cortal Consors Bedingung, wenn man den aktuell beworbenen Tagesgeldzins von 6,0 Prozent kassieren will. Dass die Bank dem Einlagensicherungsfonds angehört oder einer in der EU üblichen Sicherungseinrichtung, ist in Zeiten der Finanzkrise ohnehin selbstverständlich.

Für zwölfmonatige Festgelder werden laut FMH aktuell im Schnitt 4,48 Prozent geboten. Tagesgeld bis 5000 Euro wirft durchschnittlich 3,48 Prozent ab. Wer gezielt sucht, kann aber mehr herausholen: 5,40 Prozent für Festgeld oder 5,50 Prozent für Tagesgeld (siehe Tabelle). Auffallend gute Konditionen bieten die Autobanken. Sie sind noch mehr auf die Refinanzierung durch Kundeneinlagen angewiesen als herkömmliche Geschäfts- oder Direktbanken.

Informationen über Zinsen: www.fmh.de

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