Dividenden : Brandenburg stichelt gegen Landesbank

Die Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam macht zwar rund 24 Prozent weniger Gewinn als im Vorjahr, aber immer noch etwa acht Mal so viel wie die neun Millionen Euro, die die große Landesbank Berlin mit der Berliner Sparkasse vorzuweisen hat.

Berlin - Diese Spitze konnte sich Walter Schubert nicht verkneifen. „Ich hätte schon erwartet, dass man noch einen Gewinn erwirtschaftet“, sagte der Chef der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam (MBS), Walter Schubert, am Dienstag in Berlin. Gemeint war nicht sein eigenes Institut. Das hat das abgelaufene Geschäftsjahr 2008 mit einem satten Gewinn von 79,7 Millionen Euro vor Steuern abgeschlossen. Das sind zwar rund 24 Prozent weniger als im Vorjahr, aber immer noch etwa acht Mal so viel wie die neun Millionen Euro, die die große Landesbank Berlin (LBB) mit der Berliner Sparkasse vorzuweisen hat. Und genau die meinte Schubert, als er am Donnerstag von seinen enttäuschten Erwartungen sprach. „Wir haben ja immerhin dieselbe Geschäftsregion“, sagte der Sparkassenchef. Deshalb sei der Vorstand der Landesbank gefordert, wie die MBS einen Gewinn zu erwirtschaften.

Schubert spricht als Eigentümer der LBB. Wie rund 420 andere Sparkassen in Deutschland ist die MBS seit 2007 an der Landesbank beteiligt. Den Kaufpreis von insgesamt 5,3 Milliarden Euro finanzierten die Institute damals teilweise per Kredit, für den sie jetzt Zinsen zahlen müssen. Eigentlich sollten diese Zinsen über eine Dividende der LBB gedeckt werden. Doch die fällt wegen des praktisch nicht vorhandenen Gewinns in diesem Jahr aus. Und auch die stille Einlage bei der LBB, die die Sparkassen vom Land Berlin übernommen hatten, wird in diesem Jahr keine Zinsen abwerfen. Eine Bedienung der Einlage sei nicht vorgesehen, heißt es bei der Landesbank.

Für die MBS bedeutet dies laut Schubert Ausfälle von 2,7 Millionen Euro. Dennoch sei er „nach wie vor der Meinung, dass es richtig war, die LBB zu erwerben“.

Die Belastungen durch das LBB-Engagement sind ohnehin nur ein kleiner Teil der Gesamtbelastungen in 2008. Stärker schlugen die Abschreibungen auf Wertpapiere ins Kontor, die die Sparkasse 65,7 Millionen Euro kosteten. stek

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