Finanzkrise : Hypo Real Estate mit schweren Verlusten

Der angeschlagene Münchner Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate meldet für das dritte Quartal 2008 Verluste von rund 3,1 Milliarden Euro vor Steuern. Damit steckt das Unternehmen noch tiefer in den roten Zahlen als bislang angenommen.

HRE Foto: dpa
Milliardenverluste: Die Immobilienbank Hypo Real Estate schreibt tiefrote Zahlen. -Foto: dpa

MünchenDer schwer angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) hat im dritten Quartal einen vorläufigen Verlust von 3,1 Milliarden Euro vor Steuern gemacht. Das Unternehmen teilte am frühen Mittwochmorgen in München weiter mit, das negative Ergebnis basiere besonders auf Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte bei der Tochter Depfa in Höhe von 2,5 Milliarden Euro.

Der Zusammenbruch der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers und die Bankenkrise in Island hätten ebenfalls negative Auswirkungen gehabt. Die Hypo Real Estate Group wird den vollständigen Zwischenbericht zu den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2008 erst am Mittwoch der kommenden Woche vorlegen. Zunächst war heute mit den Zahlen gerechnet worden.

Rettungskredit bis 2009

Offenbar erwartet die Hypo Real Estate Group auch für das vierte Quartal weitere Ergebnisbelastungen. Insgesamt bleibe das Marktumfeld schwierig, schrieb das Unternehmen. Die Kosten für das 50 Milliarden Euro umfassende Rettungspaket würden daher auch das Ergebnis des Jahres 2009 belasten.

Die HRE Group und ein Finanzkonsortium haben sich mit der Deutschen Bundesbank und der Bundesregierung über die Modalitäten des bereits angekündigten und vom Bund teilweise garantierten Liquiditätshilfent geeinigt. Die entsprechende Vertragsdokumentation sei unterzeichnet beziehungsweise unterschriftsreif. Die Bereitstellung der Mittel sei für den 13. November 2008 vorgesehen. Vorbehaltlich einer Verlängerung der Bundesgarantie über den 31. März 2009 hinaus habe die Kreditlinie eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2009.

Kaum noch Reserven

Die Hypo Real Estate konnte Anfang Oktober nur durch ein 50 Milliarden Euro schweres Rettungspaket vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Der Münchner Konzern war in finanzielle Schwierigkeiten geraten, weil seine Tochter Depfa langfristige Finanzierungen kurzfristig nicht mehr refinanzieren konnte.

Bereits im vergangenen Jahr war der Gewinn der HRE vor allem wegen der Finanzkrise und auch durch die Übernahme der Depfa zurückgegangen. Im zweiten Quartal dieses Jahres sackte das Ergebnis dann von 320 Millionen Euro vor Steuern auf nur noch 40 Millionen Euro ab. Ein Abrutschen in die roten Zahlen war nur durch die weitgehende Auflösung einer Ende 2007 gebildeten Reserve verhindert worden. (iba/dpa)

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