Landesbanken : WestLB und BayernLB in der Krise

Zwei der größten Landesbanken haben im Jahr 2009 Millionen- beziehungsweise Milliarden-Verluste erlitten. Die BayernLB kämpft noch immer mit den Folgen des HGAA-Debakels.

Die BayernLB wird 2009 Finanzkreisen zufolge erneut einen hohen Verlust ausweisen. Nach dem Milliarden-Debakel bei der inzwischen wieder verkauften Österreich-Tochter HGAA dürfte ein Minus in der Größenordnung von rund drei Milliarden Euro stehen, hieß es. Die BayernLB lehnte einen Kommentar zum Jahresergebnis ab. Geschäftszahlen will die Bank erst Ende März vorlegen.

Der milliardenschwere Fehlkauf der HGAA  kostete die BayernLB bereits 3,7 Milliarden Euro. Die Staatsanwaltschaft München geht dem Verdacht nach, dass unter der Führung des früheren Landesbank-Chefs Werner Schmidt seinerzeit absichtlich ein zu hoher Kaufpreis für die Kärntner Bank gezahlt wurde.

Die zweitgrößte Landesbank stand im Jahr 2008 vor dem Aus und musste mit Finanzhilfen Bayerns und des Bundes gerettet werden. Dies lag vor allem an Belastungen durch toxische US-Wertpapiere, wodurch die BayernLB einen Verlust von mehr als fünf Milliarden Euro erlitt.

WestLB mit Millionenverlust

Auch die drittgrößte deutsche Landesbank WestLB hat 2009 einen dreistelligen Millionenverlust verzeichnet. Die nordrhein-westfälische Landesbank weise einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 294,9 Millionen Euro aus, teilte der Vorstand in Düsseldorf mit.

Hintergrund seien insbesondere erforderliche Abschreibungen auf Beteiligungen der Bank, die Wirtschafts- und Finanzkrise sowie ein insgesamt schwächeres viertes Quartal. "Das Jahresergebnis 2009 ist maßgeblich von Sonderbelastungen geprägt", sagte Bankchef Dietrich Voigtländer. Operativ zeigten sich aber "spürbare Fortschritte".

Den Verlust für das abgelaufene Geschäftsjahr betrifft auch die Kapitalgeber. Bei Genussscheinen und stillen Einlagen komme es zu einem vollständigen Ausfall der für 2009 bezogenen Kupons, teilte das Institut weiter mit. Zudem würden Rückzahlungsansprüche reduziert.

Betroffen ist davon auch der staatseigene Bankenrettungsfonds Soffin, der noch im Dezember 2009 eine stille Einlage geleistet hatte. Nach einem Milliardenverlust 2007 infolge der Finanzkrise hatte die WestLB 2008 wieder mit einem leichten Gewinn von 18 Millionen Euro abgeschlossen.

Quelle: ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters

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