Schweiz : Credit Suisse: Keine Kunden auf der Steuer-CD

Die Großbank Credit Suisse wirbt für den Anlageplatz Schweiz und verdient mit ihren Geschäften Milliarden. Die Bank ist nach eigenen Angaben nicht von der Debatte um die CD mit Daten deutscher Steuersünder betroffen.

Zürich - Trotz der heftigen Angriffe auf das Schweizer Bankgeheimnis wird die Eidgenossenschaft nach Ansicht der Schweizer Großbank Credit Suisse auch in Zukunft ein attraktiver Anlageplatz bleiben. Die Schweiz habe ein „stabiles politisches System“, wie es nicht überall zu finden sei, sagte Credit-Suisse-Chef Brady Dougan am Donnerstag bei Vorlage der Jahresbilanz.

Die Bank ist nach eigenen Angaben nicht von dem Diebstahl von Daten über deutsche Steuersünder betroffen. Sie wisse nicht, ob es eine CD mit solchen Daten gebe, betonte Finanzchef Renato Fassbind. Sein Institut habe keine Informationen, dass es von dem Vorfall betroffen sei. Fassbind sagte, er erwarte durch die Datenaffäre keine größeren Auswirkungen auf die Geschäfte der Credit Suisse.

Ein Informant hatte den deutschen Behörden eine CD mit Daten von hunderten Anlegern mit Schweizer Konten angeboten und im Gegenzug 2,5 Millionen Euro verlangt. Medien hatten berichtet, dass die CD Kundendaten der Credit Suisse enthalte. Die Affäre wird nach Meinung der Credit Suisse den Finanzplatz Schweiz nicht erschüttern. Die Schweiz bleibe „mittelfristig“ ein solider Markt für die Vermögensverwaltung von Privatkunden, sagte Dougan. Das gelte auch für die Credit Suisse. Bei der Bank legten Kunden im vergangenen Jahr rund 44 Milliarden Schweizer Franken (30 Milliarden Euro) neu an. Diese Tendenz setze sich zu Beginn des Jahres fort, sagte Dougan.

Insgesamt verwaltete die Bank Ende 2009 Vermögen von 1,2 Billionen Franken (knapp 840 Milliarden Euro); rund 68 Milliarden Euro gehörten Kunden aus dem europäischen Ausland. Auf Druck der G-20-Staaten hat die Schweiz ihr strenges Bankgeheimnis im vergangenen Frühjahr gelockert. Beim Verdacht, dass Ausländer auf Schweizer Konten ihr Geld vor dem Fiskus verstecken, muss die Schweiz nun auf Anfrage Daten herausgeben.

Bei der Credit Suisse laufen die Geschäfte gut. 2009 machte die zweitgrößte Bank der Schweiz einen Gewinn von 6,7 Milliarden Schweizer Franken (knapp 4,6 Milliarden Euro). Im Zuge der Finanzkrise hatte das Institut im Jahr 2008 noch einen Verlust von 8,2 Milliarden Franken eingefahren. Dies war vor allem auf das riesige Minus bei der Investmentbank zurückzuführen. Diese Sparte hat nun in allen vier Quartalen Gewinne geschrieben. Insgesamt spülten die Investmentbanking-Aktivitäten, die die Credit Suisse im Zuge der Finanzkrise neu ausgerichtet hat, im vergangenen Jahr 6,8 Milliarden Franken in die Konzernkasse. AFP/dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben