So war der Tag : Wende ins Minus

Der deutsche Aktienmarkt ist am Dienstag von wachsender Unsicherheit vor dem Beginn der US-Bilanzsaison belastet worden.

Der Dax gab einen Großteil seiner Gewinne von bis zu 1,1 Prozent auf 4703 Stellen wieder ab und notierte zum Börsenschluss mit 1,2 Prozent im Minus bei 4598 Punkten. Börsianern zufolge lasteten zudem Spekulationen über die Notwendigkeit eines zweiten US-Konjunkturpakets auf den Aktienmärkten.

Wieder etwas optimistischer klingende Konjunkturnachrichten hatten dem deutschen Aktienmarkt am Dienstag zunächst Gewinne beschert. Die deutsche Industrie hatte im Mai wesentlich mehr Aufträge an Land gezogen als erwartet. Im Dax profitieren zum Beispiel die Stahlwerte von leicht steigenden Produktionszahlen. Allerdings basierte der Optimismus auf Vergleichen zu den jeweiligen Vormonaten. Gemessen am Vorjahreszeitraum fielen die Daten nach wie vor sehr negativ aus.

Die Aktien von Thyssen-Krupp verteuerten sich an der Dax-Spitze um 2,7 Prozent, die Titel von Salzgitter lagen mit 1,2 Prozent im Plus. Ebenfalls zu den Favoriten zählten die Bankenwerte. Händler verwiesen als Antrieb auf Berichte, wonach vor allem die teilstaatliche Commerzbank, aber auch Deutsche Bank und Postbank von einer geplanten Neuregelung der Eigenkapitalberechnung profitierten. Aktien der Deutschen Bank rückten um 2,6 Prozent vor, und Titel der Commerzbank verteuerten sich um 2,0 Prozent. Papiere der Postbank gewannen 0,5 Prozent. Die rote Laterne hielten Hannover-Rück- Aktien mit einem Minus von 3,6 Prozent, wofür Händler aber keine fundamentalen Faktoren nannten. Im Fokus der Anleger standen auch einige S-Dax-Werte. Die Aktien der Commerzbank-Onlinetochter Comdirect stiegen nach Handelszahlen um 1,4 Prozent. Die Onlinebank erhielt zwar im Juni mit 1,03 Millionen etwas weniger Wertpapieraufträge als im Vormonat, Analyst Werner Eisenmann von der DZ Bank sagte aber: „Bei den Orderaufträgen konnte sich die Comdirect trotz der Rückgänge besser behaupten als der Markt.“

Die Titel der Fluggesellschaft Air Berlin legten nach Verkehrszahlen für den Monat Juni um 1,2 Prozent zu.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der Bundeswertpapiere auf 3,09 (Montag: 3,07) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,23 Prozent auf 122,08 Punkte. Der Bund Future legte auf 122,03 Punkte zu. Der Euro-Kurs stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3942 (1,3897) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7178 (0,7196) Euro.

Die Europäische Zentralbank (EZB) nahm am Dienstagnachmittag bei einer Feinsteuerungsoperation 275,986 Milliarden Euro aus dem Markt. Tsp

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