Vor Börsenbeginn : iPhone-Erfolg und Aktienrückkauf lässt Apple-Aktie um sieben Prozent steigen

Apple meldet Erfolge beim iPhone und kündigt eine Erhöhung der Dividende und des Aktien-Rückkaufprogramms an. Die Aktie gewinnt sieben Prozent. Der Dax liegt am Donnerstagmorgen vorbörslich unverändert.

Andreas Oswald
Börse in Frankfurt.
Börse in Frankfurt.Foto: dpa

Apple überrascht die Anleger mit einem starken Geschäftsverlauf, einer deutlich höheren Dividende und einem höheren Aktien-Rückkaufprogramm. Vor allem dank einer ungebrochen hohen Nachfrage nach iPhones konnte Apple seinen Umsatz zu Jahresanfang nach Angaben vom Mittwoch um fünf Prozent auf 45,6 Milliarden Dollar steigern, wie Reuters meldet. Das US-Unternehmen aus dem Silicon Valley kündigte an, sein Aktien-Rückkaufprogramm um 30 Milliarden auf 130 Milliarden Dollar aufzustocken, einen Aktiensplit vorzunehmen sowie seine Dividende kräftig zu erhöhen. Daraufhin schoss die Apple-Aktie nachbörslich um sieben Prozent in die Höhe.

iPhone übertrifft Erwartungen

Die Zahl der verkauften Smartphones belief sich auf 43,7 Millionen und übertraf die Erwartung von Branchenexperten um mehr als fünf Millionen. Ein Grund für diesen Erfolg war dem Unternehmen zufolge die Nachfrage in China, wo Apple eine neue Allianz mit dem größten Mobilfunk-Anbieter China Mobile geschlossen hatte, die offenbar bereits Früchte trägt.
Gleichzeitig verkaufte das Unternehmen mit 4,1 Millionen Macs fünf Prozent mehr Computer. Dagegen sank die Zahl der verkauften iPads um 16 Prozent auf 16,4 Millionen.

Sieg für Carl Icahn

Mit der kräftigen Aufstockung des Rückkaufprogramms gibt Apple dem Druck des aggressiven Finanzinvestors Carl Icahn nach, der sich umgehend hocherfreut über dieses Vorgehen und den Geschäftsverlauf zeigte. Icahn fordert seit längerem, deutlich mehr Geld aus den gigantischen Barmittel-Reserven an die Aktionäre auszuschütten. Um sich noch mehr Gehör zu verschaffen, stockt er seit Monaten regelmäßig seinen Apple-Anteil auf.
Apple tut jedoch noch deutlich mehr für das Wohl der Aktionäre: Der Konzern stockt seine Dividende um rund acht Prozent auf. Zudem nimmt er einen Aktiensplit vor. Für eine alte Aktie sollen die Anleger sieben neue bekommen. Dadurch werden die Anteilsscheine deutlich billiger und vor allem für Kleinanleger interessanter.
Die Reaktion der Börse auf die Apple-Bilanz hätte im Vergleich zum vergangenen Vierteljahr kaum unterschiedlicher ausfallen können. Im Februar konnte der Konzern zum Schrecken der Anleger die hohen Erwartungen nicht erfüllen und musste viel Prügel einstecken. Viele Branchenexperten verweisen jedoch darauf, dass das langfristige Schicksal der Firma mit dem Apfel-Logo davon abhängen wird, ob sie wieder mit echten Produktneuheiten aufwarten kann.

Scharfer Preiskampf

Die Zahl der verkauften Smartphones übertraf mit 43,7 Millionen die Erwartung von Branchenexperten um mehr als fünf Millionen. Das ist umso erstaunlicher, weil neben dem abebbenden Smartphone-Boom in den Industrieländern ein verschärfter Preiskampf in den Schwellenländern wie China der Branche zu schaffen macht. Der südkoreanische Rivale Samsung musste deswegen zu Jahresanfang nach einer fast zwei Jahre langen Serie mit Rekordergebnissen das zweite Quartal in Folge einen Gewinnrückgang hinnehmen. Aber gerade das China-Geschäft ist ein Grund für Apples Erfolg im abgelaufenen Quartal. Dort hatte Apple eine neue Allianz mit dem größten Mobilfunk-Anbieter China Mobile geschlossen, die bereits Früchte trägt. Auch die neue Kooperation mit dem japanischen Mobilfunkriesen NTT Docomo zahlt sich bereits aus.
Zugleich verkaufte das Unternehmen mit 4,1 Millionen Macs fünf Prozent mehr Computer. Dagegen sank die Zahl der verkauften iPads um 16 Prozent auf 16,4 Millionen.

Kommt die Apple-Armbanduhr?

Trotz des nun überraschenden Ergebnisses bleibt die Frage, wann Cook einen neuen Verkaufsschlager aus dem Hut zaubern wird. Denn viele Branchenexperten verweisen darauf, dass das langfristige Schicksal der Firma mit dem Apfel-Logo davon abhängen wird, ob sie wieder mit echten Produktneuheiten aufwarten kann. Angekündigt hat Cook für dieses Jahr bereits etwas. Spekuliert wird etwa über eine Computer-Armbanduhr.
Das Aktien-Rückkaufprogramm sei zwar für viele Anleger zunächst das vorrangige Thema, sagte Daniel Ernst vom Analysehaus Hudson Square gegenüber Reuters. “Doch die zentrale Frage für das Unternehmen und die Aktie ist, was für ein neues Produkt kommt, und wann es kommt.“

Dax tritt auf der Stelle

Der deutsche Leitindex Dax tritt vor Börsenbeginn am Donnerstag auf der Stelle. Nach den Gewinnen der letzten Tage, hatte er am Mittwoch etwas korrigiert.

Novartis überrascht

Der Schweizer Pharmariese Novartis hat zwei Tage nach dem angekündigten radikalen Konzernumbau einen höheren Gewinn ausgewiesen als erwartet. In den ersten drei Monaten stieg der Reingewinn gegenüber dem Vorjahr um 24 Prozent auf 2,97 Milliarden Dollar (2,15 Milliarden Euro), wie der Arzneimittelhersteller am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt lediglich 2,7 Milliarden Dollar prognostiziert. Der Konzern profitierte von einem Veräußerungsgewinn: Der Anfang dieses Jahres abgeschlossene Verkauf des Blutdiagnostik-Geschäfts spülte 900 Millionen Dollar herein. Der Umsatz wuchs leicht auf 14,02 Milliarden Dollar. Hier hatten Analysten im Schnitt 14,2 Milliarden Dollar erwartet. Novartis bekräftigte seine Jahresprognose.

Nikkei leichter

Gewinnmitnahmen haben die Tokioter Börse am Donnerstag belastet. Die Anleger gingen vor Beginn der Bilanzsaison in Japan in die Defensive, wie Händler nach Angaben von Reuters erläuterten. Auch Verunsicherung über die Folgen der Mehrwertsteuer-Erhöhung für die Wirtschaft drückten auf die Stimmung. Der Leitindex Nikkei fiel im frühen Nachmittagshandel um 0,7 Prozent auf 14.440 Punkte. Der breiter gefasste Topix gab 0,8 Prozent auf 1164 Zähler nach. “Zwar gehen die Investoren davon aus, dass sich die japanische Wirtschaft trotz der Erhöhung der Mehrwertsteuer erholen wird“, sagte Analyst Masayuki Doshida von Handelshaus Rakuten Securities. “Aber ihre Überzeigung ist nicht besonders groß. Deswegen kaufen sie keine japanische Aktien, obwohl diese gerade sehr günstig sind.“ Zu den größten Verlieren gehörte der Autobauer Toyota mit einem Abschlag von 1,7 Prozent. Die Aktien des Elektronikriesen Sony fielen um 3,4 Prozent. (mit Reuters)

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