Wall Street : Microsoft-Aktie vor 14-Jahres-Hoch - Dax vorbörslich kaum verändert

Die Aktie von Microsoft ist um 3,97 Prozent gestiegen. Auch andere Technologie-Werte steigen. Die Märkte warten auf die US-Notenbank Fed. Der Dax ist am Mittwochmorgen vorbörslich nahezu unverändert.

Andreas Oswald
Bulle und Bär in Frankfurt.
Bulle und Bär in Frankfurt.Foto: imago

An der Wall Street hat die Aktie von Microsoft an der Dow-Spitze 3,97 Prozent auf 39,56 US-Dollar zugelegt. Die Titel sind damit so teuer wie seit fast 14 Jahren nicht mehr. Der Softwareanbieter soll Händlern zufolge an einer Version seiner Office-Software für Apples Tablettcomputer iPad arbeiten. Zudem gehe der Branchenprimus stärker gegen Raubkopierer vor.

Technologiewerte im Plus

Gestützt auf eine Entspannung in der Krim-Krise und erneut gute US-Daten hatten sich die New Yorker Börsen am Dienstagabend weiter erholt. Der Dow-Jones-Industrial-Index ging 0,55 Prozent höher bei 16 336,19 Punkten aus dem Handel. In der Vorwoche hatten die Unsicherheit um die Krim-Krise zusammen mit Sorgen um das Wirtschaftswachstum Chinas den Dow noch fünf Tage in Folge ins Minus gedrückt - zum Wochenstart wurde die Serie nach dem Krim-Referendum bereits durchbrochen. Der breit gefasste Aktienindex S&P 500 gewann 0,72 Prozent auf 1872,25 Punkte, der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 rückte um 1,20 Prozent auf 3706,62 Punkte vor.

Anfängliche Erholung an den Börsen nach Putin-Rede hält weiter an


Die Rede des russischen Präsidenten Wladimir Putin zur Abstimmung auf der Krim habe die Börsianer weiter beruhigt, sagte Marktanalyst Craig Erlam vom Broker Alpari UK. Putin habe den Vertrag über einen Anschluss der Krim an Russland unterzeichnet, dabei allerdings auch signalisiert, keine Konfrontation mit dem Westen zu suchen. Zuvor hätten sich die Märkte um eine aggressivere Reaktion auf die Sanktionen des Westens gegen Russland gesorgt, so Erlam. Auch die Konjunkturdaten aus den USA stützten den Markt. Volkswirt Johannes Jander von der Helaba sieht zwar keinen Grund für eine Veränderung der Bremspläne der Notenbank. Inflationsängste kämen aber auch keine auf. Nach der leichten, wetterbedingten Verschnaufpause am Immobilienmarkt zu Beginn des Jahres setze sich die Erholung fort.


Cisco Systems arbeiteten sich mit 0,56 Prozent ins Plus. Zunächst hatte eine Studie von Barclays das Papier belastet. Die Analysten strichen bei den Aktien des Netzwerkspezialisten ihre Kaufempfehlung. Am Dow-Ende standen Boeing mit minus 1,10 Prozent.
Im S&P-500-Index kletterten United States Steel mit plus 5,42 Prozent an die Indexspitze. Händler sprachen von einer Erholung.
Hewlett-Packard zählten ebenfalls zu den Favoriten. Händler verwiesen hier auf eine Kaufempfehlung der britischen Bank Barclays. Der Computerbauer habe im Servermarkt dem Konkurrenten IBM Marktanteile abgeluchst, so die Experten. HP-Aktien gewannen 3,66 Prozent auf 30,56 Dollar. Am Ende des Index standen dagegen Gamestop mit einem Abschlag von 3,42 Prozent. Wal-Mart habe angekündigt gebrauchte Videospiele zu handeln und das könnte die Gewinne des größten Anbieters in diesem Bereich belasten, sagten Händler.
Der Euro kletterte nach einem kurzen Rücksetzer wieder über die Marke von 1,39 US-Dollar und kostete zuletzt 1,3930 Dollar.
Zehnjährige US-Staatsanleihen gewannen 5/32 auf 100 20/32 Punkte. Die Rendite der richtungweisenden Papiere lag damit bei 2,67 Prozent

Japan erneut mit Handelsdefizit

Die hohe Abhängigkeit von Energieimporten und ein schwacher Yen haben Japan auch im Februar ein Defizit in seiner Handelsbilanz beschert. Der Fehlbetrag betrug 800 Milliarden Yen (5,7 Mrd Euro) nach 2,8 Billionen Yen im Vormonat, wie die Regierung am Mittwoch auf vorläufiger Basis bekanntgab. Das ist der 20. Monat in Folge mit einer negativen Handelsbilanz und damit die längste Defizitphase seit Beginn der Erhebung vergleichbarer Daten im Januar 1979. Die Exporte lagen um 9,8 Prozent höher als ein Jahr zuvor, die Importe stiegen um 9,0 Prozent. In Folge der Atomkatastrophe in Fukushima vom März 2011 sind alle Atomkraftwerke des Landes abgeschaltet. Deswegen ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt auf Energieimporte angewiesen. (mit Reuters und dpa)

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