Wirtschaft : Finanzinvestor Cerberus muss für Chrysler mehr bezahlen

Frankfurt am Main - Für den US-Finanzinvestor Cerberus wird der geplante Einstieg beim Autokonzern Chrysler viel teurer als zunächst geplant. Nach Informationen aus New Yorker Finanzkreisen müssen die von Cerberus beauftragten Investmentbanken die Zinsen für geplante Kredite in zweistelliger Milliardenhöhe deutlich anheben, um genügend Abnehmer zu finden. Das ist kein Einzelfall. In den vergangenen Wochen seien nahezu alle Übernahmefinanzierungen „komplett neu verhandelt worden“, sagte ein Frankfurter Investmentbanker dem Handelsblatt. Die Unsicherheit auf den Kreditmärkten war durch die Krise am US- Hypothekenmarkt ausgelöst worden und greift jetzt auch auf die Private-Equity- Branche über. Hintergrund ist die geänderte Risikoeinschätzung bei privaten und institutionellen Kreditgebern.

Im internationalen Geschäft waren in den vergangenen Wochen mehrfach Probleme mit Fremdfinanzierungen aufgetaucht. Teilweise mussten die Konditionen nachgebessert werden, in anderen Fällen reichten die Schutzklauseln gegen Forderungsausfälle nicht mehr aus. „Der Markt hat seine Grenzen getestet, jetzt pendeln sich die Konditionen auf einem Niveau ein, das die Risiken wieder angemessener widerspiegelt“, sagte ein Investmentbanker.

Daimler-Chrysler reagierte gelassen auf die höheren Kreditkosten für Cerberus. „Wir gehen unverändert davon aus, dass der Verkauf wie angekündigt im dritten Quartal über die Bühne geht“, sagte ein Konzernsprecher. Er verwies auf die Begründung von Vorstandschef Dieter Zetsche, warum Cerberus im Mai den Zuschlag für Chrysler bekomme habe. Zetsche hatte die finanzielle Sicherheit der Transaktion hervor gehoben. Dahinter verbergen sich Garantien von Banken, die bei der Finanzierung einspringen müssen, wenn Cerberus Probleme bekommt. pk/mm/mwb

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